So erlebst Du Japan mit dem Japan Rail Pass richtig

Wenn Du nach Japan reist und einigermaßen günstig viel vom Land sehen willst, dann brauchst Du den Japan Rail Pass.

Was ist der Japan Rail Pass?

Der Japan Rail Pass ist ein Zugpass der Japan Rail Group mit dem die meisten Züge der JR Group genutzt werden können. Also so was wie das Interrail-Ticket, das man ja von uns kennt.

Du kaufst den Japan Rail Pass mit einer bestimmten Gültigkeitsdauer. Es gibt ihn für 7, 14 oder 21 aufeinanderfolgende Tage.

 

Was kostet der Japan Rail Pass?

Es gibt den Japan Rail Pass für die erste und die zweite Klasse. Je nachdem was Du buchst, unterscheiden sich natürlich die Preise:

Japan Rail Pass für Erwachsene (ab 12 Jahren)

7 Tage14 Tage21 Tage
1. Klasse
JR Pass GREEN
275 €446 €580 €
2. Klasse
JR Pass
206 €328 €420 €

Japan Rail Pass für Kinder (zwischen 6 und 11 Jahren)

7 Tage14 Tage21 Tage
1. Klasse
JR Pass GREEN
138 €223 €290 €
2. Klasse
JR Pass
103 €164 €210 €

(Stand: Juni 2015)

Wer darf den Japan Rail Pass kaufen?

Du kaufst nicht den Japan Rail Pass, sondern erstmal nur einen Gutschein, den Du später einlöst. Diesen Gutschein kannst Du nur außerhalb Japans kaufen. Wenn Du Dir also in Japan spontan überlegst, dass das Ticket ganz praktisch wäre: Pech gehabt! Das funktioniert nicht. Sorry.

Also, Gutschein schon vor Deiner Reise außerhalb Japans besorgen.

Mit diesem Gutschein gehst Du dann an einen der Bahnhöfe und löst ihn gegen den Japan Rail Pass ein. Beim Einlösen wird dann gecheckt, ob Du berechtigt bist:

  • Du bist Tourist ohne japanische Staatsbürgerschaft
  • Du besuchst Japan als temporärer Besucher mit einer maximalen Aufenthaltsdauer von 90 Tagen (das wird die bei der Einreise direkt in den Ausweis gestempelt)
  •  Es gibt Ausnahmen, die Du auf der offiziellen Seite findest

Um deine Berechtigung nachzuweisen, legst Du einfach deinen Reisepass inklusive der notwendigen Stempel vor. Die Stempel drückt die die Immigration schon direkt bei der Einreise in den Ausweis.

Eine (Farb-)Kopie deines Reisepass wird nicht anerkannt.

 

japan-rail-pass-kyoto

 

Ab wann ist der Pass gültig?

Der Japan Rail Pass ist ab dem Tag gültig, an dem Du den Gutschein einlöst. Du kannst also schon eine Zeit lang im Land sein, ohne dass das die Gültigkeit beeinflusst.

Ab hier gilt der Japan Rail Pass dann 7, 14 oder 21 Tage. Gezählt werden die  ganzen Kalendertage und nicht etwa 24 Stunden-Abschnitte.

Wenn Du zum Beispiel den 7-Tage-Pass am 5. Juli um 23:55 Uhr aktivierst, dann ist der Japan Rail Pass bis zum 11. Juli um 23:59 Uhr gültig. NICHT bis zum 12.Juli um 23:55 Uhr.

Du kannst zwischendurch auch nicht pausieren. Einmal aktiviert, läuft der Japan Rail Pass kontinuierlich für die gebuchte Laufzeit.

japan-rail-pass-tokyo-pixelschmitt

Ein junger pixelschmitt auf dem Weg nach Tokyo

 

Was darfst Du mit dem Japan Rail Pass alles fahren?

Mit dem Rail Pass kannst Du alle Züge aus dem JR Streckennetz nutzen, inklusive

  • JR Kyushu
  • JR Shikoku
  • JR West
  • JR Center
  • JR East
  • JR Hokkaido

Außerdem

  • Lokalzüge
  • Expresszüge
  • Hochgeschwindigkeitszüge „Shinkansen“
  • JR Bus
  • JR Ferry
  • Osaka Monorail

Was darfst Du nicht fahren?

  • Züge privater Betreiber
  • den Shinkansen Super Express „Nozomi“ und „Mizuho“
  • U-Bahnen/Straßenbahnen (manche Strecken in den Großstädten sind aber doch erlaubt)

Mehr dazu auf der offziellen Infoseite.

 

 

Eine mögliche Route für zwei Wochen ab/bis Tokyo

Tag 1: Tokyo > Nagano > Matsumoto > Nagano > Yudanaka
Tag 2: Yudanaka > Nagano > Nagoya > Kyoto > Nagoya
Tag 3: Nagoya > Kyoto  > Nagoya
Tag 4: Nagoya > Nara > Kyoto > Nagoya
Tag 5: Nagoya > Kyoto > Nagoya
Tag 6: Nagoya > Kyoto > Nagoya
Tag 7: Nagoya > Kyoto > Nagoya
Tag 8: Nagoya > Himeji > Hiroshima
Tag 9: Hiroshima
Tag 10: Hiroshima > Miya > Hiroshima
Tag 11: Hiroshima > Tokyo
Tag 12: Tokyo > Nikko > Tokyo
Tag 13: Tokyo > Hakone (Fuji-San) > Tokyo
Tag 14: Disneyland Tokyo

Du siehst, dass wir viel Zeit in Kyoto verbracht haben. Aber warum steht da jeden Tag noch Nagoya drin? Ganz einfach: Wir sind an einem Donnerstag in Kyoto angekommen. Und es fühlte sich an als wäre ganz Japan in der Stadt. Es stand nämlich ein verlängertes Wochenende vor der Tür.

Und ganz Kyoto war ausgebucht! Es gab kein einziges freies Zimmer mehr.

Das nächste freie Zimmer gab es in Nagoya. Ein Stadt, die etwa 100 Kilometer östlich von Kyotos liegt. Dort haben wir dann günstig gewohnt und sind jeden Tag eine knappe Stunde gependelt.

Dank Japan Rail Pass war das aber kein Problem, denn wir hatten ja alle Fahrten inklusive.

 

Besonderes beim Zugfahren in Japan

  • Die Sitze sind alle in Fahrtrichtung ausgerichtet. An den Endhaltestellen drehen die Reinigungsteams die Sitze wieder um 180 Grad.
  • Reinigungsteams und Zugpersonal verneigen sich beim Betreten und vor dem Verlassen der einzelnen Waggons.
  • Idealer Snack für die Fahrt sind sogenannte Bento-Boxen. An jedem Bahnhof bekommst Du die schön verpackten Kisten mit Sushi, Reis und Süßigkeiten. Auch wenn Du beim Kaufen nicht verstehst, was drin ist: Kauf es! Es wird alles gut schmecken.
  • Die meisten Schilder und Zeichen sind in japanisch geschrieben. Aber es findet sich immer jemand, der Dir sehr gerne hilft.

Ich habe den Railpass im Septmber 2008 ausgiebig genutzt. Japan war die erste Station meines einjährigen Sabbaticals. Alle Fotos und Erinnerungen stammen aus 2008. Die Informationen wurden anhand aktueller Quellen erstellt.

Author pixelschmitt

Schön, dass Du hier bist. Mein Name ist pixelschmitt. Ich komme aus dem schönen Erlangen und habe inzwischen 40 Länder auf fünf Kontinenten besucht (Tendenz steigend). Begleite mich auf meinen Reisen und bekomme einen Einblick in "The life of a pixelschmitt" :D

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Join the discussion 7 Kommentare

  • Oli sagt:

    Kleiner Tipp, für alle, die wirklich günstig in Japan reisen wollen: Jeweils zu den Semesterferien gibt es ein so genanntes Seishun-18-Kippu (Jugend-18-Ticket). Der Name suggeriert zwar, dass die Fahrkarte nur für Junge ist, tatsächlich kann sie aber jeder kaufen.

    Die Karte erlaubt während einer der drei Perioden (Trimesterferien), in denen die Fahrkarte angeboten wird, die unbegrenzte Nutzung aller JR-Züge ohne Zuschlag an fünf nicht aufeinanderfolgenden Tagen. Das sind im Wesentlichen die Bummelzüge und die Limited Express, also Bummelzüge, die ein paar Stationen auslassen.

    Ich habe mir auf zwei Japanreisen so ein Teil gekauft. Es kostet um die 100 Euro, was letztlich pro Tag etwa 20 Euro macht. Günstiger kann man in Japan nur noch per Anhalter reisen.

    Den günstigen Preis erkauft man sich natürlich mit langen Fahrzeiten. Tokyo – Kyoto braucht etwa 8 Stunden und man muss etwa 4 Mal umsteigen. Aber wer wirklich mit einem kleinen Budget unterwegs ist, nimmt das natürlich in Kauf. Zum Vergleich: eine einfache Fahrt im Shinkansen von Tokyo nach Kyoto kostet etwa 80 Euro und dauert 3 Stunden.

    Mit den Bummelzügen kommt man übrigens recht weit, wenn man die Verbindungen gut recherchiert. Ich bin zum Beispiel einmal um 0.15 Uhr in Yokohama losgefahren und am nächsten Tag gegen 22.00 in Fukuoka angekommen. War lange und anstregend, aber wie gesagt: für unschlagbare 20 Euro! :)

    • Hi Oli,

      danke für den ausführlichen Tipp. Wenn es mich mal wieder nach Japan verschlägt (was ich doch stark hoffe), dann werde ich mir die Möglichkeit auch mal genauer anschauen.

      Viele Grüße
      Thomas

  • Anika sagt:

    Hallo Thomas,

    dieser Beitrag kommt ja wie gerufen für mich! In vier Wochen mache ich mich mit dem Zug auf den Weg nach Japan und werde mich dort auch nur auf den Schienen durch das Land begeben. Da ist der Japan Rail Pass (oder u.U. Das Semester-Ticket, von dem Olli schreibt) ein absolutes Muss.

    Vielen Dank für die Tipps!

    Anika

    • Hi Anika,

      das freut mich, dass ich Dir mit dem Beitrag gleich weiterhelfen konnte.
      Der Japan Rail Pass ist echt sehr praktisch. Und die Japaner sind alle wirklich sehr nett und hilfsbereit.

      Viel Spaß in Japan

  • […] pixelschmitts Reiseblog gibt es wichtige Tipps zur Nutzung des Japan Rail Pass, der ein Muss für jeden ausländischen Zugreisenden im Land ist. Seit gestern bin ich stolze […]

  • Arjuna sagt:

    Spannender Beitrag! Der Japan Rail Pass ist wirklich eine gute Art für Backpacker, um das Land kennenzulernen :-) Ich hoffe, bald wieder nach Japan reisen zu können, denn ich liebe diesen Ort!
    Auf meinem Blog habe ich einen nützlichen Beitrag veröffentlicht, wie man im teuren Japan Geld sparen kann:

    http://www.reisegeek.de/backpacking-japan-20-tipps-um-das-land-guenstig-zu-bereisen/

    Liebe Grüsse & Happy Travel,
    Arjuna

  • Hallo Thomas,

    der JR Rail Pass ist wirklich eine absolute Empfehlung. Für jeden, der in Japan Zeit und Geld sparen will, ein absolutes Muss. Und wer nur Geld sparen möchte und das langsame Reisen liebt, dem bleibt dann das oben von Oli erwähnte „Seishun-18-Kippu“, welches auch Japaner und in Japan lebende Ausländer benutzen dürfen.

    Seit 1. April 2016 hat sich einiges beim JR Rail Pass getan, es gibt ein paar Spezial-Angebote und der Pass kann auch vor Ort in Japan gekauft werden (Versuchsweise). Es lohnt daher immer, einen Blick auf die offizielle Seite zu werfen, die du in deinem Artikel verlinkt hast.

    Mensch, du warst 2008 in Japan. Da hätten wir uns ja treffen dort treffen können. Von 2003-2009 habe ich dort gelebt. Im Gegensatz zu dir habe ich meine Weltreise dort beendet 😉

    Liebe Grüße aus Berlin,
    Daniela

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