5 Tage in Marrakesch und Umgebung [Reisebericht]

Von |2018-01-20T19:09:16+00:001. Januar 2014|Afrika, Marokko, Städtereise|

Um dem Weihnachtstrubel zu entfliehen und um uns selbst zu beschenken, hat es meine Frau und mich eine Woche vor Weihnachten für fünf Nächte nach Marrakesch in Marokko verschlagen. Ein kurzer Abstecher in eine komplett andere Welt – so stellt man sich 1001 Nacht vor.

Wir beide wollten das schon immer mal sehen und es gab ein gutes Angebot, so dass wir spontan gebucht haben und vier Tage später in den Flieger gestiegen sind. Ab München ging es über Madrid (echt sehenswerter Flughafen) weiter nach Marrakesch. Es war nicht zu heiß, aber genau ausreichend, um Frost und Schnee zu Hause schnell zu vergessen. T-Shirt-Wetter im Dezember. So muss das sein.

Wusstest Du, dass Du in Marokko auch einen Drehort von Game of Thrones besuchen kannst?

Was ich jedem Marrakesch-Touristen empfehlen kann: Lass Dich am Flughafen abholen und in Deine Unterkunft fahren

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Normalerweise bin ich schon auch eher der Freund von „Ich-fahr-da-jetzt-irgendwie-mit-den-Öffentlichen-hin-und-dann-finde-ich-das-Hotel schon“. Aber hier? Pustekuchen. Die Gassen der Altstadt sind so verwinkelt, dass wir froh waren, hindurch gelotst zu werden.

Aber es ist schon ein komisches Gefühl, wenn der Wagen auf einmal in einer Sackgasse hält und der Fahrer einen mit den Worten verabschiedet „This is Hassan. Hassan will guide you to your hotel!“ („Das ist Hassan. Hassan bringt Euch jetzt zu Eurem Hotel“) – und schon hat sich Hassan die Koffer geschnappt und ist direkt in das Straßengewirr eingetaucht.

Ohne unseren Begleiter hätten wir uns garantiert verlaufen, denn unsere Unterkunft war sehr gut versteckt am Ende einer äußert schmalen Gasse, in die ich sonst nie freiwillig abgebogen wäre.

Untergekommen sind wir im Le Riad Monceau – einem alten Stadthaus, die in Marokko Riads genannt werden. Es gibt natürlich auch günstigere Alternativen, aber manchmal muss man sich eben auch was gönnen. Klarer Vorteil unseres Hotel war die überaus zentrale Lage direkt am Djemaa el Fna, dem zentralen Marktplatz. Aber doch noch weit genug entfernt, um dem Trubel nicht rund um die Uhr ausgeliefert zu sein.

Das ist, was mir an der Bauweise der Riads so gefällt: Zur Straße hin gibt es nur ein Tor und das ganze Leben spielt sich rund um den kühlen und „schallisolierten“ Innenhof ab.

Kulturschock auf dem Djemaa el Fna – dem Platz der Gehenkten

Unsere erste Begegnung mit dem Djemaa el Fna oder auch „Platz der Gehenkten“ war Kulturschock Deluxe. Man fühlt sich wie in einer anderen Zeit. Trommler, Geschichtenerzähler, Handleser, Schlangenbeschwörer, Freßbuden, Orangensaftverkäufer. Und alles vor dem Hintergrund der antiken Souks (Märkte), die von diesem Platz aus in einem dichten Gewirr starten. Eine absolute Erfahrung, wenn man mal komprimiert den Orient erleben will.

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Tagsüber ist der Platz das Zuhause vieler Gaukler und Alleinunterhalter, Schlangenbeschwörer und Wahrsager. Sobald es dämmert, kommen die Essenstände dazu. An einer extra ausgewiesenen Ecke des Platzes, ploppen auf einmal unzählige Stände aus dem Boden, die rund um eine zentrale Kochstelle Sitzplätze für die Gäste anbieten.

Eigentlich verkauft hier jeder Stand auf den ersten Blick das Gleiche, aber manche scheinen ihre Spezialitäten im Angebot zu haben. Nachdem wir am ersten Abend mit knurrendem Magen auf eine Touribude reingefallen sind, nahmen wir uns an den folgenden Abenden Zeit, haben das Angebot verglichen und dann dort gegessen, wo alle Einheimischen glücklich aussahen.

Ein entspannter Sundowner im Maison de la Photographie

In Marrakesch selbst gibt es natürlich auch einiges zu sehen. Die Souks, Baudenkmäler, … es gibt echt viel. Mein persönlicher Favorit ist aber das Maison de la Photographie. Einmal, weil hier ein privater Sammler in einem renovierten Riad viele viele alte Fotos ausstellt. Aber auch, weil es hier eine wunderschöne Dachterrasse mit leckerem Restaurant gibt.

Der Blick ist atemberaubend: Im Vordergrund die Dächer Marrakesch vor den verschneiten Gipfeln des Atlas-Gebirges im Hintergrund. Hier einmal den Sonnenuntergang zu genießen, sollte auf jedem Fall dick im Reiseplan stehen.

Einmal das Ticket für´s Museum gekauft, könnt Ihr damit während Eures gesamten Besuchs in Marrakesch so oft ins Museum und vor allem auf´s Dach wie Ihr wollt. Wenn er da ist, gibt Euch der Chef auch persönlich eine Führung durchs Museum und erklärt die Fotos.

Ein paar Tipps für Marrakesch:

Djemaa el Fna – der zentrale Marktplatz, der rund um die Uhr alles bietet, was das Herz begehrt.

Essen auf dem Djemaa el Fna
Einfach nach Sonnenuntergang über den Platz schlendern und aussuchen, was lecker aussieht. Mein Tipp: Einen Stand suchen, an dem die Einheimischen sitzen.

Flaschenangeln auf dem Djemaa el Fna
Sobald es dunkel wird, gibt es diese grandiose Aktion, bei der man Ringe, die an einer langen Angel hängen, über den Flaschenhals bugsieren muss. Nicht einfach, aber als Belohnung kann man eine Flasche Softdrink der eigenen Wahl gewinnen.

Maison de la Photographie
(46 Rue Ahl Fes, Rue Bin Lafnadek, Moukef – Marrakesh 40030, Morocco)
Wie schon geschrieben, ist das der ideale Ort, um den Sonnenuntergang über Marrakesch zu genießen. Muss man einmal erlebt haben!

Von den Souks aufsaugen lassen
Rund um den Djemaa el Fna findet man die Souks, wo man alles findet, was man braucht – oder auch nicht: Traditionelle Kunst, orientalische Süßigkeiten oder die obligatorische Fake-Handtaschen. Auf den ersten Blick fragt man sich, ob man jemals wieder aus den Souks herausfindet. Aber solange die Sonne scheint kann man sich grob am Stand der Sonne orientieren. Rund um den Djemaa el Fna gibt es auch mehrere Minarette, die man als idealen Wegweiser nutzen kann, sobald man mal einen freien Blick hat.

Die Färber in den Souks
Wer sehen möchte, wie schweißtreibend es ist, Stoffe einzufärben, sollte auf jeden Fall bei den Färbern vorbeischauen. Zu den einzelnen Färberhöfen kommt man in der Regel nicht einfach so, aber hilfsbereite Händler helfen gerne, wenn man danach in deren Laden vorbeischaut. Wer eine starke Nase hat, kann auch die Gerber besuchen.

Die Gerbereien sind einigermaßen leicht zu finden, weil sie sporadisch ausgeschildert sind. Trotzdem versuchen Jugendliche gerne die Touristen gegen eine kleine Gebühr dorthin zu führen. Wir haben die Höfe auch so gefunden, einen Blick von außen hinein geworfen und wegen des extremen Geruchs beschlossen, dass wir nicht unbedingt mehr davon sehen müssen.

Das Anwesen von Yves Saint Laurent – Jardin Majorelle
(Rue Yves Saint Laurent, Marrakesh, Marokko)
‚Ein gutes Stück außerhalb der Altstadt liegt zur Freude aller Taxifahrer das Anwesen von Yves Saint Laurent.  Der Jardin Majorelle wurde vom Maler Jacques Majorelle geschaffen und erst später vom Modemacher zu einer einzigartigen Oase gemacht. Pflanzen aus aller Herren Länder, wunderschöne Farben und vor allem fast paradiesische Ruhe. Die Ruhe hält so lange an, bis man den Garten verlässt, denn dann fallen die Taxifahrer wieder über die Besuchern her.

Und noch richtig viel mehr … Einfach mal selbst hinfahren und von der Atmosphäre aufsagen lassen und durch die Stadt treiben lassen. Es gibt hier soviel zu entdecken!

Über den Autor:

pixelschmitt
Schön, dass Du hier bist. Mein Name ist Thomas aka pixelschmitt. Ich komme aus dem schönen Erlangen und habe inzwischen 42 Länder auf fünf Kontinenten besucht (Tendenz steigend). Begleite mich auf meinen Reisen und bekomme einen Einblick in "The life of a pixelschmitt" :D

15 Kommentare

  1. […] Von Marrakesch ist man in etwa vier Stunden in Ait-Ben-Haddou. Die 100 Kilometer weite Anfahrt ist zwar sehr ermüdend, aber schon auch sehr beeindruckend. Denn sobald man Marrakesch hinter sich gelassen hat, beginnt schon der Anstieg in die Berge des Hohen Atlas. […]

  2. […] Aber auf jeden Fall sehr interessant, mal zu sehen, wo die Fliesen herkommen (wurde oft an die Fliesen in Marrakesch erinnert)  und wie sie sich im Laufe der Jahren entwickelt […]

  3. Alles rund ums Reisen und Bloggen in 22 Fragen: Liebster Award | pixelschmitts Reiseblog 4. Mai 2014 um 18:55 Uhr - Antworten

    […] 1. Januar 2014: 5 Tage in Marrakesch und Umgebung […]

  4. […] Marrakesch gibt es richtig viel zu sehen. Richtig wenig zu sehen ist leider inzwischen vom Palast El Badi. […]

  5. Alina 16. Dezember 2014 um 22:59 Uhr - Antworten

    Klasse-Bericht und schöne Fotos. Gibt es eigentlich auch Billigflieger, die von Deutschland direkt nach Marokko fliegen? Und ein Visum braucht man dort nicht, oder? Als (blonde) Frau sollte man nicht alleine nach Marokko, oder haben sich die Zeiten doch geändert?

    LG, Alina

    • Ilona 20. Februar 2015 um 10:31 Uhr - Antworten

      Ich war zwar mit einer Gruppe, aber jeden Tag mit anderen Mädels alleine für ein paar Stunden auch in den Souks unterwegs. Einige davon waren auch blond – wir hatten absolut nie ein Problem, keiner wurde jemals aufdringlich oder anzüglich.

    • Thomas Schmitt
      Thomas Schmitt 20. Februar 2015 um 20:00 Uhr - Antworten

      Hallo Alina,

      sorry, dass ich mich erst jetzt melde.
      Ryanair fliegt von Frankfurt/Hahn nach Marrakesch. Da sollte es immer günstige Angebote geben.
      Ein Visum brauchst nicht.

      Ob man als alleinreisende blonde Frau Probleme hat? Das kann ich Dir leider nicht beantworten. Ich bin ein zwei Meter großer Mann und habe relativ selten Probleme. Deswegen möchte ich lieber keine genaue Einschätzung der Situation geben. Ich habe mich aber auf jeden Fall immer sicher gefühlt.

      Viele Grüße
      Thomas

  6. Christian 2. Januar 2015 um 14:53 Uhr - Antworten

    Toller Reisebericht. Nach Marokko muss ich auch nochmal unbedingt. Dort gibt es so wahnsinnig viel zu sehen und deine Fotos machen noch mehr Lust drauf. Muss ich nur noch meine Freundin überzeugen 😀

    Seid ihr auch außerhalb Marrakeschs unterwegs gewesen und mal in die Sahara tiefer eingetaucht?

    Grüße
    Christian

    P.S: Der Tipp mit dem Haus der Fotografien ist gut 🙂

    • Thomas Schmitt
      Thomas Schmitt 20. Februar 2015 um 20:03 Uhr - Antworten

      Hallo Christian,

      danke für Deinen Besuch und Deinen Kommentar.
      Ich denke, dass Deine Freundin sich leicht überzeugen lässt. Ihr wird es dort sicher auch gefallen.
      Erzähl ihr einfach von einem romantischen Abendessen bei Sonnenuntergang mit Blick über Marrakesch – im Haus der Fotografien 😉

      Außerhalb waren wir nur im Rahmen eines Tagesausflugs in Ait Ben Haddou: https://pixelschmitt.de/ait-ben-haddou-in-marokko-am-drehort-von-game-of-thrones-und-gladiator/

      Aber irgendwann möchte ich nochmal nach Marokko und ein bisschen mehr vom Land sehen.

      Viele Grüße und viel Erfolg beim Überzeugen 😉
      Thomas

  7. Christian 22. Februar 2015 um 15:37 Uhr - Antworten

    Hey Thomas,

    vielen Dank für die Rückmeldung!

    Das ist ein sehr gutes Argument 😀

    Grüße
    Christian

  8. […] 5 Tage in Marrakesch und Umgebung [Reisebericht] […]

  9. Daniela 30. November 2015 um 09:15 Uhr - Antworten

    Hallo Thomas,

    wunderschöne Bilder!

    Besonders der Begriff „Kulturschock Deluxe“ für den Djemaa gefällt mit gut. Ich find ihn vor allem deshalb so toll, weil nicht nur Touristen, sondern auch Einheimische dahingehen.

    Hätte noch einen Tipp – das Maison Arabe – eine Kochschule etwas außerhalb. Macht riesigen Spaß, ein paar einheimische Gerichte dort zuzubereiten und zu essen.

    Viele Grüße
    Daniela

  10. Kathleen 26. Juli 2016 um 21:04 Uhr - Antworten

    Guten Abend Thomas,

    sehr schön wie du Marrakesch eingefangen hast. Wir waren auch an vielen der Orte, die du abgelichtet hast. Unter anderem haben wir dem Jardin Majorelle einen Besuch abgestattet – und einen eigenen Beitrag mit Fotos unter https://www.travelcats.de/afrika/marokko/jardin-majorelle-in-marrakesch/ gewidmet.

    Viele Grüße

    Kathleen

  11. Nadine Bernard 9. August 2016 um 15:14 Uhr - Antworten

    super text und schöne Bilder über eine farbenfrohe, lebendige Stadt!! Es hat richtig Spaß gemacht, dir virtuell zu folgen und ein bisschen Marrakeschfeeling über den Laptop zu haben.

  12. Sabine von Ferngeweht 22. März 2017 um 10:27 Uhr - Antworten

    Danke für die tollen Tipps! Ich fahre nächste Woche das erste Mal nach Marrakesch und bin schon super gespannt!

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