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Neulich habe ich die dritte Staffel von “Game of Thrones” gesehen und wurde direkt daran erinnert, dass ich ja noch einen Artikel schreiben wollte. Denn sowohl “Game of Thrones” als auch “Gladiator” und viele andere Filme wurden in Ait-Ben-Haddou gedreht. Und an diesem sehr außergewöhnlichen Ort war ich im Dezember 2012. Außer feuerspeienden Drachen habe ich dort so einiges entdeckt.

Von Marrakesch ist man in etwa vier Stunden in Ait-Ben-Haddou. Die 100 Kilometer weite Anfahrt ist zwar sehr ermüdend, aber schon auch sehr beeindruckend. Denn sobald man Marrakesch hinter sich gelassen hat, beginnt schon der Anstieg in die Berge des Hohen Atlas.

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Auf dem Weg quer durch den Hohen Atlas …

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… entdeckt man richtig schöne Dinge am Straßenrand.

Wir hatten das Glück, uns den Kleinbus mit 13 lebenslustigen Niederländern teilen zu dürfen, die sich die Fahrt mit enormer Lautstärke vertrieben. Also auf der anderen Seite des Gebirges ein kleines Nickerchen gemacht und kaum wacht man 45 Minuten später wieder auf, findet man sich inmitten einer absolut kargen Landschaft wieder. Und die Niederländer waren immer noch da. Also kein Alptraum.

Aber egal – Ait-Ben-Haddou heißt das Ziel und da lag es dann schon direkt vor uns. Jetzt mussten wir nur noch schnell den obligatorischen Guide abschütteln und schon konnten wir die Stadt auf eigene Faust erkunden. Die Niederländer folgten zum Glück dem Guide und wir hatten zwei Stunden lang unsere Ruhe.

Eine Stadt wie aus Sandförmchen gebaut

Kaum hat man den Fluß Asif Mellah überquert, der direkt unterhalb Ait-Ben-Haddous fließt, fühlt man sich wie in einer überdimensionalen Sandburg. Als hätte irgendein Riese während seines letzten Strandurlaubs einfach ein paar Sandförmchen zu einer kunstvollen Kleinstadt am Hang arrangiert. Ab und zu hat er noch ein paar Dattelpalmen kunstvoll hin drapiert, um das Bild absolut perfekt zu machen. Es ist kein Wunder, dass dieses Ksar (so heißt diese Art der befestigten Dörfer eigentlich) im Jahr 1987 in die Liste der UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen wurde.

Wenn man es schafft, den direkten Weg auf den Aussichtspunkt oberhalb der Stadt zu finden, hat man eine atemberaubende Aussicht über die gesamte Gegend. Sollte man das aber nicht schaffen – so wie wir – dann kann man auch erstmal quer durch die Stadt laufen. Am anderen Ende durchschreitet man das Tor und steht direkt am Drehort von Gladiator. Ok, es gibt es nicht mehr soviel davon zu sehen (eigentlich gar nichts mehr), aber mit viel Vorstellungskraft kämpfen genau hier Russel Crowe und Ralf Möller gegen irgendwelche düsteren Gestalten.

Durchquert man die imaginäre Arena und klettert noch ein bisschen, dann hat man sogar einen viel besseren Ausblick vom gegenüberliegenden Hügel. Denn hier hat man eine Wahnsinns-Aussicht auf die komplette Stadt.

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 Mehr als 20 Hollywood-Filme wurden hier gedreht

Neben “Game of Thrones” und “Gladiator” diente Ait-Ben-Haddou als Kulisse für sehr viele Hollywood-Streifen. Hier mal eine Auflistung aller Filme (via Wikipedia.de):

Aït-Ben-Haddou diente als Kulisse für über 20 Hollywood-Produktionen, u. a.:

  • Sodom und Gomorrha (1962)
  • Lawrence von Arabien (1962)
  • Die Bibel (Film)
  • Der Mann, der König sein wollte (1975)
  • Jesus von Nazareth (1977)
  • Auf der Jagd nach dem Juwel vom Nil (1985)
  • Der Hauch des Todes (1987)
  • Die letzte Versuchung Christi (1988)
  • Himmel über der Wüste (1990)
  • Kundun (1997)
  • Die Mumie (1999)
  • Gladiator (2000)
  • Alexander (2004)
  • Prince of Persia: Der Sand der Zeit (2010)

Für Cineasten gibt es in der naheliegenden Stadt Ouarzazate Filmstudios und Film-Museen, die man besuchen kann. Die Atlas Corporation Studios sind anscheinend die beeindruckendsten. Als wir dort waren konnten wir sie aber leider nicht besichtigen, weil dort angeblich gerade Dreharbeiten stattfanden. Oder einfach weil das langweilige Sandalenfilmmuseum bessere Provision zahlt?

Nach dem ereignisreichen Tag in einer absolut genialen Sehenswürdigkeit, folgt das letzte Highlight: Die Heimfahrt. Und leider standen die 13 Niederländer wieder vollzählig vor dem Kleinbus, so dass sie auch die Rückfahrt sehr kurzweilig gestalteten. Aber was tut man sich nicht alles an, wenn man was von der Welt sehen will.

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Ein absolut genialer Anblick. Ait-Ben-Haddou muss man mal live erlebt haben.

 

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Das Tor rechts ist angeblich ein Überbleibsel vom “Prince of Persia”-Set. im Hintergrund die Brücke und am Horizont der Hohe Atlas.

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So einfach baut man eine Wüstenstadt

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Tür mit Türklopfer

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Der Türklopfer im Detail

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Detail einer Wand in Ait-Ben-Haddou

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Hab ich´s nicht gesagt? Wie eine Sandburg.

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Am Horizont der schneebedeckte Hohe Atlas – unser Heimweg