Wenn Du mehrere Monate unterwegs bist, beschäftigst Du Dich viel mit Deinem Geldvorrat. Wo bunkerst Du ihn? Wie kommt das Geld von A nach B? Wo bekommst Du günstig Bargeld in Landeswährung? Ich habe für Dich viele nützliche Tipps gesammelt, wie wir ein ganzes Jahr unser Geld verwaltet habe.

 

Leg Dir ein Tagesgeldkonto an

Eigentlich kannst Du momentan jeden Anbieter nehmen, den Du möchtest. Die Zinsen für Dein Erspartes sind überall gleich niedrig.

Worauf Du aber achten solltest sind diese Punkte:

Das Konto sollte einfaches Onlinebanking unterstützen

Wenn Du unterwegs bist, solltest Du relativ leicht Transaktionen durchführen können. Also zum Beispiel über eine TAN-Liste auf Papier oder einen dieser TAN-Generatoren in Kästchenform.

Auf dem Tagesgeldkonto liegt der ganze Batzen Geld

Das Tagesgeldkonto ist Deine Basis für alles. Von hier gleichst Du alles aus. Und wenn es mal wieder mehr Zinsen auf Erspartes geben sollte, dann kannst Du dank der Verzinsung noch ein paar Extra-Euro fürs Reisen gewinnen.

Zur Sicherheit: Überweisungen sollten nur auf ein definiertes Referenzkonto möglich sein

In den Kontoeinstellungen ist ein Referenzkonto hinterlegt. Alle Überweisungen vom Tagesgeldkonto gelangen nur dorthin. Sollte jemand doch irgendwie Zugang zu Deinem Konto erlangen, kann niemand Dein gesamtes Geld auf ein komplett anderes Konto überweisen.

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Ein kleiner Stapel Scheine nachdem wir in Myanmar Euro in die Landeswährung Kyat getauscht haben.

 

Besorg Dir eine Kreditkarte

Um unterwegs immer problemlos an Geld zu kommen, brauchst Du eine Kreditkarte. Denke aber daran, dass Du mit einer Kreditkarte alles erstmal “auf Pump” kaufst. Was Du also heute kaufst, wird von Deinem Konto bei dem Kreditkartenanbieter abgebucht. Aber diesen Fehlbetrag musst Du je nach Kreditkarte erst nach 4-6 Wochen ausgleichen. So kann es schon mal passieren, dass da ein großer Betrag auszugleichen ist. Deswegen solltest Du regelmäßig deinen Kontostand checken!

Abhebungen im Ausland und die Kreditkarte sollten nichts kosten.

Hier solltest Du genau hinsehen. Denn manche Karten kosten Dich zwar überhaupt nichts, dafür musst Du horrende Gebühren für jeden Einsatz im Ausland bezahlen. Manche Kreditkartenanbieter berechnen Dir eine Jahresgebühr, die aber ab einem gewissen Umsatz hinfällig wird. Wenn Du länger unterwegs bist, dann solltest Du diese Grenze von zum Beispiel Abbuchungen in Höhe von 2.000€  pro Jahr locker erreichen. Die Gebühr fällt also weg.

Nimm eine VISA

Ich will hier keine Werbung für irgendeinen bestimmten Anbieter oder ein Kreditinstitut machen. Aber besorg Dir eine VISA-Kreditkarte. VISA ist die weltweit meist verbreitete Kreditkarte und damit solltest Du eigentlich nirgends Probleme haben, an Geld zu kommen.

Sag Deinem Kreditkartenanbieter wo Du Dich gerade rumtreibst

In Zeiten von steigendem Kreditkartenbetrug sind die Anbieter enorm vorsichtig und beobachten Kontobewegungen. Sobald etwas merkwürdig erscheint, werden die Karten sicherheitshalber gesperrt. So geschehen als meine Frau und ich während unserer Reise innerhalb von vier Tagen in Japan, Neuseeland und Australien waren. Schwupps wurde die Karte gesperrt und wir durften dann aus dem Outback in Hamburg anrufen. Dann kommt noch ein bisschen Zeitverschiebung dazu und schon stehst Du mitten in der Nacht in einer australischen Telefonzelle und hängst in der Warteschleife. Mit der netten Dame sind wir dann die letzten Buchungen durchgegangen und nach 10 Minuten war die Karte wieder verfügbar.

Ab da haben wir uns angewöhnt, extreme Sprünge durch die Welt vorab per Mail an unseren Kreditkartenanbieter weiterzugeben.

Als wir ein paar Monate später wieder in vier Tagen von den Cook Islands (Südsee) über Neuseeland und Hong Kong nach Bangkok geflogen sind, hatten wir keine Probleme mehr. In Thailand konnten wir wie gewohnt Geld abheben.

Mit der Kreditkarte Geld abheben: Besserer Wechselkurs

Klar, Wechselstuben gibt es überall. Und überall schreiben sie “No commission”.  Fakt ist: Geldwechseln in der Wechselstube ist eigentlich immer mit Verlusten verbunden. Entweder ist der Kurs prinzipiell schlecht. Oder der angepriesene Kurs entspricht dem wirklichen Tageskurs – Du bekommst ihn aber erst, wenn Du mehrere hundert Euro wechselst. Kann sich zwar mal lohnen, aber meistens zahlst Du in den Wechselstuben drauf.

Deswegen hat es sich für uns immer ausgezahlt, das Geld direkt mit der Kreditkarte am Automaten abzuheben. Der Kurs war meist richtig gut und wir mussten uns nicht mit zwielichtigen Gestalten rumschlagen.

Und in manchen asiatischen Währungen ist man nach einem Besuch beim ATM (Geldautomaten) auch gleich Millionär. 100 € werden in Vietnam zum Beispiel etwa 2,7 Millionen Dong (Währung in Vietnam).

Eine kleine Anekdote zu Geldwechseln auf der Straße

In Vietnam haben wir öfter gehört, dass manche Geldwechsler ihre Kundschaft über aktuellste Gesetzesänderungen informieren konnten.  So soll es passiert sein, dass sie neue Gesetze erfunden und einfach behauptet haben, dass man einfach die letzten drei Nullen streichen solle. Das habe mit der Inflation zu tun. Die armen Touristen, die das geglaubt haben, bekamen also für 100 € nicht 2,7 Millionen Dong, sondern nur  2.700 Dong. Das wiederum entspricht dem Wert von nicht mal einem Euro.

Genau deshalb ziehe ich das Geld nur am Automaten!

Um nicht verarscht zu werden, solltest Du auch ab und zu mal die aktuellen Wechselkurse für dein Reiseland checken und Dir eine Schnell-Umrechenliste mit den gängigsten Werten auf einem Block anlegen. So kannst Du immer mal schnell prüfen, wenn Dir Preise zu hoch vorkommen.

Eine gute Seite für Umrechungskurse ist z.B. www.xe.com. XE gibt´s auch als App für iPhones und iPads.

 

Behalte Deine Ausgaben genau im Blick

Es gibt ein paar einfache Tricks, um Deine Ausgaben ständig überprüfen zu können.

Hab Stift und Block immer griffbereit

Das ist der einfachste Tipp. Führ ganz klassisch Buch und notiere Dir alle Ausgaben auf einem kleinen Block, den Du immer dabei hast. Es klingt vielleicht kleinkariert und zu akribisch. Aber Du musst über einen sehr langen Zeitraum mit deinem Geld wirtschaften. Und im Normalfall hast Du nur Ausgaben und keine Einnahmen. Daher ist es essentiell, jeden Posten zu notieren.

… und nimm auch noch einen kleinen Taschenrechner mit

Um unterwegs nicht verwirrt zu werden und so über den Tisch gezogen zu werden: Leg zu Stift und Block einfach noch einen kleinen Taschenrechner. So kannst Du die Rechenwege von Händlern nachverfolgen und manche Tricks entlarven.

Ausgaben tippst Du abends in eine simple Excelliste

Ich gehe mal davon aus, dass Du sowieso einen Rechner oder ein Tablet bei Dir hast. Dann leg Dir eine Excelliste an, in die Du alle Positionen von Deinem kleinen Notizblock übertragst. Tag für Tag, Monat für Monat, Jahr für Jahr. So siehst Du dann knallhart, wieviel Du mal hattest, wieviel Du schon ausgegeben hast und was Du Dir noch alles leisten kannst.

So eine Liste ist auch ganz praktisch, um Dir Deine privaten Reisekosten pro Tag und Land zu definieren.

 

Und jetzt bist Du gefragt: Wie behälst Du den Überblick über Deine Finanzen, wenn Du länger auf Reisen bist? Hast Du Deinen persönlichen Tipp, um immer und vor allem sicher an Dein Erspartes zu kommen? Schreib mir doch einfach einen Kommentar und lass es mich wissen. Danke.

P.S.: Damit Du weißt, welche Kosten auf Dich zukommen könnten, empfehle ich Dir den Artikel “33.000 € für 2.5 Jahre. Was kostet deine Weltreise oder Backpacking Trip?” von umdieweltreise.ch. Viele nützliche Tipps und Budgetbeispiele für verschiedene Kontinente.