Urlaub in Kuba: 6 Gründe, warum Du jetzt nach Kuba solltest

Von |2017-04-17T10:22:29+00:0020. März 2016|Allgemein, Amerika, Karibik, Reiseberichte aus Kuba|

6 Gründe, warum Du jetzt noch nach Kuba reisen musst

Jeder will aktuell nach Kuba! Nach dem Motto: „Schnell hin, bevor sich alles ändert“ sind jetzt schon viele Reisende ganz heiß auf eine Reise nach Kuba. Ich selbst war aus dem gleichen Grund im August 2015 für 2 Wochen auf Kuba.

 

1. Die US-amerikanischen Touristen sind noch nicht da

US-Präsident wird am 21. März 2016 in Havanna eintreffen. Er ist der erste US-Präsident seit 88 Jahren, der kubanischen Boden betritt.

Nach Jahren des Embargos ist das ein wunderbares Zeichen der Freundschaft und sehr gut für die Menschen. Es wird Visa-Erleichterungen geben und die kubanische Bevölkerung wird von der Öffnung auf jeden Fall profitieren.

Aber andere befürchten von dieser Öffnung, dass Kuba die neue (alte) Party-Destination für US-Touristen werden könnte. Zustände wie beim Spring Break in Florida oder Cancun werden schon vorhergesagt.

 

2. Es gibt noch kein Starbucks, McDonalds oder KFC

Kuba und Nordkorea sind die beiden einzigen Länder der Welt, in denen es offiziell kein Coca-Cola gibt. Präsident Barack Obama hat bei seinem Staatsbesuch im März 2016 mehrere hochkarätige Manager dabei, die die Lage sondieren und wertvolle Verträge abschließen möchten.

Natürlich werden neben den Touristik-Unternehmen und großen Hotelketten aber natürlich auch die klassischen Franchise-Ketten aufschlagen.

Wenn Du Kuba also noch ohne McDonalds, Starbucks und Co. erleben möchtest, dann solltest Du sobald wie möglich nach Kuba reisen

 

3. Es gibt in Kuba noch überall die wunderbaren Oldtimer

Im ganzen Land fahren noch die wunderbaren Oldtimer in Kuba durch die Städte. Wenn sich das Land öffnet, werden sich vielleicht bald die ersten Sammler die besten Stücke sichern. Und andersrum werden bald die ersten Neuwagen in das Land kommen.

Für die Bevölkerung Kubas ist es aber wahrscheinlich ein enormer Gewinn. Die Oldtimer sind teilweise über 50 Jahre alt und werden notdürftig geflickt und am Leben gehalten. So mancher Kubaner wünscht sich wohl schon lange einen Neuwagen.

Oldtimer in Kuba: Ein Grund für eine Reise nach Kuba

Havanna, Kuba: Die polierten Oldtimer für die Stadtrundfahrt stehen bereit

 

4. In Kuba stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis noch einigermaßen

Die Rechnung ist ja ganz einfach: Es kommen immer mehr Touristen nach Kuba und die Gästezimmer, Mietwagen und anderen touristischen Einrichtungen sind nur begrenzt vorhanden.

Dann gilt das alte Prinzip von Angebot und Nachfrage.

Und weil ein hoher Preis aber nicht immer auch bessere Qualität mit sich bringt, werden einige Touristen in Kuba das Gefühl haben, über den Tisch gezogen zu werden.

 

5. Die Menschen in Kuba sind noch herzlich

So sehr ich es mir wünsche, kann es schnell passieren, dass die Menschen in Kuba ihre Herzlichkeit verlieren.

Wenn Touristen nach Kuba kommen, die mit den Dollarscheinen nur so wedeln, dann verändert das eben leider die Menschen, die damit konfrontiert werden.

 

6. Der einzigartige Flair Kubas besteht noch

Die Städte Kubas haben ihren eigenen Flair. Die Kolonialarchitektur, die an manchen Stellen schon fast zusammenfällt. Die quietsch-bunten Häuser zwischen Ruinen.

Menschen, die ihre Freizeit zusammen mit Nachbarn und Freunden in den Straßen verbringen. Die laute Musik und eben der einzigartige Flair, der Kuba ausmacht.

Urlaub in Kuba

Der einzigartige Flair Kubas ist schwer zu beschreiben. Du musst ihn erleben

Wenn jetzt finanzstarke Investoren ins Land kommen, werden viele Häuser renoviert werden. Menschen, die sich jetzt noch ein Leben in den Innenstädten leisten können und so die einzigartige Atmosphäre schaffen, werden vielleicht in Zukunft die Mieten nicht mehr bezahlen können. Im schlimmsten Fall werden weitere seelenlose Hochhaussiedlungen vor den Städten entstehen.

Die Menschen müssen die Innenstädte verlassen und zum Beispiel Havanna wird ein begehbares Open-Air-Museum. Mit 1a renovierten Baudenkmälern und vielen internationalen Ketten für die zahlungskräftigen Touristen. Aber die Atmosphäre und der Flair gehen leider komplett verloren. Gentrifizierung par excellence!

 

Aber warum die Angst? Was wird sich denn ändern, sobald sich das Land öffnet?

Ein Vertreter der Reisebranche rät sogar aktuell von einer Reise nach Kuba ab: „Wir raten den Leuten von Kubareisen ab. Die Alternative sind Rundreisen in der Dominikanischen Republik. Hier ist die touristische Infrastruktur einfach deutlich besser.“ (Quelle)

 

Bitte versteh diesen Artikel nicht falsch: Ich freue mich über die Öffnung des Landes, aber andererseits würde ich mich sehr freuen, wenn sich Kuba seine Abgeschiedenheit bewahrt.

Es ist aber sehr egoistisch, den Kubanern das zu verwehren, was für uns selbst verständlich ist: Volle Supermarktregale, freies Internet, Reisefreiheit, …

Und das alles nur, um für Touristen den Status Quo und das Erlebnis Kuba zu erhalten?

Natürlich sind die Oldtimer schön anzusehen. Aber 50 Jahre alte Autos machen eben auch Probleme, verbrauchen viel Kraftstoff und sind sehr teuer im Unterhalt. Ich kann es voll und ganz verstehen, wenn Kubaner sich einen sparsamen neuen Kleinwagen wünschen.

Ich hoffe, dass die Verantwortlichen es schaffen, das Land behutsam zu öffnen. Das gilt sowohl für die kubanische Seite als auch die Investoren, die gerade in den Startblöcken stehen. Ideal wäre es, wenn alle Kubaner von der Öffnung profitieren und nicht nur ein paar geschäftstüchtige Investoren.

In diesem Sinne: Bienvenido a Cuba, Mr. Obama!

Wie siehst Du das?
Jetzt noch schnell nach Kuba?
Oder erstmal abwarten, wie sich die Lage entwickelt?

Über den Autor:

pixelschmitt
Schön, dass Du hier bist. Mein Name ist Thomas aka pixelschmitt. Ich komme aus dem schönen Erlangen und habe inzwischen 42 Länder auf fünf Kontinenten besucht (Tendenz steigend). Begleite mich auf meinen Reisen und bekomme einen Einblick in "The life of a pixelschmitt" :D

10 Kommentare

  1. Sabine von Ferngeweht 20. März 2016 um 19:56 Uhr - Antworten

    Ich war 2004 dort, seitdem hat sich sicherlich schon viel getan. Was ja auch natürlich ist, denn alles entwickelt sich halt weiter. Und für die Menschen vor Ort ist das ja auch gut. In Südostasien ist es auch nicht anders. Eso es la vida 🙂

  2. Beatrix Kirik 20. März 2016 um 22:21 Uhr - Antworten

    Meine Tochter und ich, wir fliegen im Mai nach Kuba/Havanna und wollen ihren Papa das erste mal besuchen, Land und Leute kennen lernen! Mit dem was du schreibst, hast du Recht. Genauso ist es in der ehemaligen DDR geschehen mit den Menschen die damals herzlich waren, sind jetzt egoistisch und denke alle nur ans Geld verdienen und vergessen dabei die Menschlichkeit. Einige haben damals nichts gehabt und denke jetzt Wunder wer sie sind. Der Charakter ist verdorben. Ich hoffe für die Bevölkerung von Kuba, dass sie ihre Herzlichkeit behalten… ich kenne einige Kubaner hier in Deutschland und die sind leider auch nicht mehr wie vor 25 Jahren ? Ich freue mich für alle die Menschen dort die es dann besser geht und hoffe das sie keine Einbußen haben! Viva la Cuba ?

  3. Stefanie Schwarz 21. März 2016 um 02:24 Uhr - Antworten

    Hallo Thomas!

    Hmmm also ich war letzten Monat in Kuba und kann nicht alle deine Punkte nachvollziehen. Neue chinesische Autos gibt es doch zum Beispiel schon seit längerem auf Kuba.

    Die Entwicklung von Alt-Havanna zum Open-Air-Museum ist auch schon in vollem Gange. Plaza Mayor in Trinidad fand ich auch ganz schlimm, da ist doch tagsüber kein einziger Einheimischer mehr außer die, die sich von Touris gegen Geld fotografieren lassen. Ich habe selbst mit einer Restauratorin in Havanna gesprochen, die mir erzählte, wie sie die ganzen Familien aus Alt-Havanna an den Stadtrand in tolle neue Häuser umgesiedelt haben, nur um jetzt ein Museum nach dem anderen auf den Touristenplätzen zu haben.

    Und was ist genau ist der Unterschied zwischen den Millionen Europäischen und Kanadischen Touristen, die jetzt mit Euros bzw. Kanadischen Dollarn wedeln, und den Amis die mit US-Dollar wedeln werden? 😉 auch unter den Europäern und Kanadiern gibt’s genug Pappnasen, die sich null mit dem Land auseinandersetzen und überhaupt nichts checken, um’s mal böse zu sagen 😉 Ich hab mal einen ganzen Nachmittag lang beobachtet, wie Reisebus-Touris an einer kleinen Bude ernsthaft 1 CUC für ein kleines Glas Zuckerrohrsaft bezahlten, das eigentlich 1 Peso Cubano (also 24 mal weniger) kostet. So überlegen, wie wir immer gern glauben wollen, sind wir den Amis auch nicht 😉 😉 und die kubanischen Schlepper, die Touristen hereinlegen, gab’s ja auch schon immer.

    Alles in allem finde ich diese „Jetzt noch schnell hin!“ Panik nicht ganz nachvollziehbar. Bis sich wirklich was ändert werden Jahre vergehen, und wie du schreibst, ist den Kubanern der Wandel doch nur zu wünschen.

  4. Ilona 22. März 2016 um 14:42 Uhr - Antworten

    Ich wollte gerade ein paar Punkte ansprechen, die Stefanie auch angesprochen hat.
    US-Amerikanische Touristen gibt es bereits – aber warum sollten viele US-Amerikaner lästiger sein als viele Europäer oder Kanadier? Schnell hin, bevor es von den Amis überlaufen wird – und dann wird es jetzt halt von den Europäern überlaufen.

    Neue Autos habe ich auch schon massenweise gesehen. Dagegen glaube ich nicht, dass die Oldtimer verschwinden werden – sie sind einfach eine viel zu gute Einnahmequelle, denn die Touristen lieben sie. Ich glaube eher, dass viele davon dann auf Dauer besser rausgeputzt werden, weil man an Ersatzteile möglicherweise leichter ran kommt?

    Coca Cola mag es offiziell nicht geben – inoffiziell aber ist es nicht schwer zu kriegen und steht offen in den Regalen.

    Ich glaube nicht, dass Kuba sein Flair einbüßen wird. Kuba wird sich ändern – zum Guten, sicher auch ein bisschen zum schlechten. Gerade, weil wir das doch so gerne wild-ursprünglich sehen würden. Für die Kubaner wünsche ich mir die Öffnung und Änderung. Ein Wandel heißt aber lange nicht, dass Kuba kein Flair mehr haben wird. Schon lange vor der Abschottung und dem Sozialismus wurde Kuba für sein Flair gerühmt – und das wird es sicher auch weiterhin.

    • pixelschmitt
      pixelschmitt 22. März 2016 um 20:42 Uhr - Antworten

      Hi Ilona,

      danke für Deinen Kommentar.

      Ich denke nicht, dass US-Amerikaner als Touristen schlimmer sind. Aber wenn ich an die Bilder der Spring Break-Parties in Cancun, etc. denke, dann befürchte ich schon eine gewisse „Ver-Ballermann-isierung“ Kubas an bestimmten Ecken.

      Es werden auch nicht alle Oldtimer auf einmal verschwinden. Aber ich denke schon, dass sich viele Sammler weltweit aktuell die Hände reiben.

      Schau mer mal, was die Zukunft so bringt. Hoffen wir, dass das alles recht behutsam passieren wird.

      Viele Grüße
      Thomas

  5. Mark 26. März 2016 um 11:24 Uhr - Antworten

    Im Prinzip hast Du recht. Ich war 1987 dort und auch seitdem wird sich viel verändert haben, was aber sicher mit noch mehr Tourismus und „Investoren“ (oder eher Heuschrecken) in Kürze noch schneller undenkliche nur zum Positiven ändern wird.

    Allerdings gebe ich zum Bedenken, dass genau dieser Massentourismus von vielen gewünscht wird. Nur nicht dienKomfortzone verlassen und im Zweifen Schnitzel Pommes oder Mc Donalds 😉

    Ich sollte wirklich kurzfristig nochmals dort hin…

    Danke für den Bericht

    Gruß Mark

  6. Chris 28. März 2016 um 18:56 Uhr - Antworten

    Hallo Thomas,

    Obama war zwar mittlerweile da, aber ich hoffe, dass wir im Mai noch vor McDonalds und Starbucks dahin kommen. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass die überlastete Infrastruktur derzeit die größte Herausforderung darstellt, da so ziemlich jeder noch schnell nach Kuba möchte. Wie es sich dann in den kommenden Jahren entwickeln wird, bleibt abzuwarten. Ich freue mich jedenfalls noch das ursprüngliche Kuba kennen zu lernen, aber wünsche der Bevölkerung auch eine deutliche Besserung des aktuellen Lebensstandards.

    Liebe Grüße
    Chris

    • pixelschmitt
      pixelschmitt 30. März 2016 um 23:24 Uhr - Antworten

      Hallo Chris,

      ja, das ist wirklich die Gefahr. Es geht ja nicht nur um die sichtbare Infrastruktur. Wer weiß, wie es um Abwasser/Frischwasser steht. Müll, etc.

      Ich hoffe nur das Beste für Kuba und wünsche dem Land, dass es alles richtig macht.

      Viele Grüße
      Thomas

  7. Igor (7 Kontinente) 2. April 2016 um 14:15 Uhr - Antworten

    Hallo Thomas
    Cooler Artikel und spiegelt das neuliche Gespräch zwischen einer Kollegin und mir.
    Sie war bereits drei mal in Kuba und das immer mit einem Abstand von zwei Jahren. Ebenfalls hat sie mir empfohlen, möglichst bald nach Kuba zu reisen, weil schon jetzt (vor Obama) immer weniger „typisches“ zu sehen ist und es immer touristischer wird.
    Wie du sagst, wir alles streben nach Besserung. Rein für das Auge ist es aber etwas Schade.
    Dennoch toll, dass es aufwärts geht.
    Viele Grüsse, Igor

  8. Maik 26. Januar 2017 um 15:36 Uhr - Antworten

    Hi,
    ich sehe das genauso wie du. Auf der einen Seite gut auf der anderen Seite etwas negativ. Dennoch freut es mich. Ich denke der flair von den Kubanern wird noch lange anhalten.
    VG
    Maik

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