Blick über Lissabon - Panorama

Manchmal drängt sich ein spontaner Kurztrip schon fast auf. Anfang Januar habe ich meinen Job gekündigt, der neue Job startete erst Anfang Februar und so hatte ich ein paar Tage frei. Der Wunschpin für Lissabon steckt schon lange in unserer Weltkarte und so ging´s dann eben ab nach Portugal.

Wenn es im Januar in Deutschland ungemütlich ist, bietet sich Lissabon als idealer Fluchtort mit 16-18 Grad warmen Tagen, strahlend blauem Himmel an. Dazu kommt eine äußerst interessante Stadt, leckeres Essen zum Reinknien an und eine inoffizielle Sehenswürdigkeit: Frisch gewaschene Unterwäsche, die überall zum Trocknen an der frischen Luft hängt. Ich hab mir das mal selbst angeschaut.

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Ankommen (Vom Flughafen Lissabon in die Innenstadt)

Von Nürnberg über Zürich waren wir innerhalb von knapp fünf Stunden dort. Einmal angekommen, ist man mit der Metro relativ schnell (ca. 40 Minuten) zentral an der Metrohaltestelle Rossio. Die Kosten liegen bei 1,40 € für ein Einzelticket oder 6 € für ein Day-Ticket (zzgl. der einmaligen Gebühr von 0,50 € für das Ticket selbst). Dieses Ticket gilt 24 Stunden ab Kauf und gilt für alle Verkehrsmittel in der Stadt.

Rumkommen (Wie kommt man in der Stadt von A nach B)

Eigentlich kann man Lissabon relativ gut zu Fuß erkunden. Eigentlich – denn die Steigungen sind manchmal doch extrem oder Sehenswürdigkeiten liegen zu weit außerhalb.  Aber dafür gibt´s ja das praktische Day-Ticket. Wie schon kurz beschrieben, kostet das Ticket entspannte 6 € (zzgl. einmaliger Gebühr von 0,50 €) und gilt 24 Stunden ab Kauf. Am folgenden Tag wird das Ticket einfach an den Automaten aufgeladen.

Vorteile des Day Tickets:

  • 6 € sind ein fairer Preis
  • 24 Stunden gültig
  • Gilt in allen öffentlichen Verkehrsmitteln in der Stadt
  • Gilt auch für den Aufzug “Elevador de Santa Justa” (regulär: 2,80 € pro Fahrt)
  • Gilt auch in den Standseilbahnen
  • Und natürlich kann man damit auch stundenlang mit den Trams auf der schönen Touristenroute Nummer 28 fahren

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Prinzipiell gilt in Bussen und den alten Trams, dass man vorne einsteigt und hinten wieder aussteigt. Alles andere wird mit einem Tadel des Fahrers bestraft. Bei den neuen Niederflurbahnen ist es egal, wo man ein- und aussteigt. An den einzelnen Haltestellen bilden sich bei großem Andrang manchmal auch Schlangen. Auch hier gilt: Besser hinten anstellen, denn man könnte sonst ziemlich ruppig auf das Fehlverhalten hingewiesen werden.

ACHTUNG: Es gibt in Lissabon zwei unterschiedliche Anbieter (CARRIS und Metro) und es kann schnell passieren, dass man beim Umsteigen ein neues Ticket braucht. Für Benutzer des Day Tickets ist das aber uninteressant – die steigen einfach ein, wo sie möchten.

Weitere Informationen dazu unter:
http://www.metrolisboa.pt/eng/customer-info/information-on-fares/

Unterkommen (A Room with a View)

Ich bin überzeugter Airbnb´ler und auch diesmal haben wir uns wieder was Nettes von privat gesucht. “Baixa Castle at your feet” hieß unsere Bleibe und wir wurden nicht enttäuscht.

Foto: airbnb.de

Foto: airbnb.de

Äußerst nah an vielen Sehenswürdigkeiten, aber trotzdem noch ruhig. Das Castle liegt direkt oberhalb. Der Zugang dazu, Se Cathedral und das weltberühmte (Fado-)Viertel Alfama liegen in direkter Nähe. Und vor allem der Ausblick war genial: Aus dem Wohnzimmerfenster hatte man einen super Blick über die ganze Altstadt und vom Badezimmerfenster sieht man bis zum Tejo. Direkt unterhalb der Wohnung findet man außerdem gleich einen Supermarkt, in dem man sich gut selbst versorgen kann

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Der Blick über Lissabon vom kleinen Balkon aus

Einziger Nachteil: In der Wohnung merkten wir sehr schnell, dass es doch Januar ist und es war nachts sehr kühl. Aber unser Vermieter hatte vorgesorgt und viele dicke Decken bereitgelegt.

Nette Alternativen, die ich mir auch gut vorstellen könnten:

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Essen & Trinken

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Restaurante O Trigueirinho
Gut verstecktes Locals-Restaurant. Das Menü gibt es nur in portugiesisch, aber durch zwei Symbole werden die Gerichte in Fleisch und Fisch aufgeteilt.  In der Küche stehen zwei ältere Damen und sie kochen das beste Essen, das man sich nur vorstellen kann. Preislich absolut bodenständig, genauso wie die leckeren Rezepte.

Für unser Abendessen (2x Suppe, 1 x Hähnchen & Shrimps, 1 x Lachsfilet, Beilagen (Brot, Oliven, Käse)) und 1 Flasche Hauswein haben wir 21,90 € bezahlt.
Largo dos Trigueiros 171100 Lisboa Portugal

Günstiges Essen in LissabonRestaurante Verde Minho
Auch dieses Restaurant liegt nicht gerade auf der klassischen Touristen-Route in der Altstadt. man muss durch einige verwinkelte und teils dunkle Gassen, dann noch ein bisschen bergauf und schon ist man da. Der Abstecher lohnt sich aber auf jeden Fall, denn auch hier gibt es richtig viel für richtig wenig Geld (die Preise sind etwa so wie im Restaurante O Trigueirinho: 20 Euro für zwei inkl. Beilagen und Wein . 

Günstiges Essen in Lissabon

A Ginjinha
Ja, der gute Sauerkirschlikör Ginjinha. Der ist so gut, dass man ihn schon ab 9 Uhr morgens bekommt. Es gibt hier zwei Varianten: Pur oder mit ganzen Sauerkirschen. Und seit über 150 Jahren funktioniert dieses Geschäftsmodell sichtbar erfolgreich. Für gut investierte 1,35 € bekommt man den Likör inklusive Logenplatz  am Largo de São Domingos. Aber Vorsicht: Der Ginjinha ist extrem süß und gleichzeitig extrem heftig. Bis zu 20% Alkohol sorgen bereits nach dem zweiten Gläschen für einen gepflegten Schwipps.

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Pasteis
Die Pasteis sind in Lissabon allgegenwärtig und an so ziemlich jeder Ecke bekommt man sie in verschiedensten Qualitäten. Eigentlich bestehen die Törtchen nur aus Blätterteig mit einer Puddingfüllung, aber nicht alle sind so gut wie die berühmtesten Törtchen der Stadt namens “Pasteis de Belem”. Und natürlich gibt es die kleinen Berühmtheiten nur im Stadtteil Belem, den man mit der modernen Niederflurtram in knapp 30 Minuten erreicht.

Wer im Sommer kommt, muss mit langen Wartezeiten beim Straßenverkauf warten und auch die Sitzplätze können sehr rar werden. Ende Januar ist die Situation aber sehr entspannt. Man sucht sich im Cafe einen freien Platz und bestellt sich das klassische Gedeck aus Pasteis und Milchkaffee. Das Erlebnis kann losgehen: Der Blätterteig ist so kross, dass es ein wahrer Genuß ist, reinzubeißen und das Törtchen zwischen den Zähnen knuspern zu lassen. Man sollte nur nicht an die vielen Kalorien denken, die man sich da gerade an tut. Aber es ist ja schließlich Urlaub und da sollte man sich was gönnen.

Die Pasteis spült man dann mit dem guten Kaffee runter und am Besten nimmt man sich am Straßenverkauf nochmal das klassische Pasteis-Sixpack für das bevorstehende Sightseeing in Belem mit.

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In Teil 2 des Bericht geht es weiter mit Sehenswürdigkeiten und den klassischen Mitbringseln aus Lissabon.

Alle Artikel meiner dreiteiligen Serie über Lissabon
Teil 3: Tagesausflug von Lissabon nach Sintra und ein Abstieg in die Hölle
Teil 2:  Lissabons Top-Sehenswürdigkeiten in 100 inspirierenden Bildern
Teil 1: Lissabon im Januar Teil 1: Ankommen, Unterkommen und Essen