Wenn Du mit dem Auto durch das australische Outback fährst, solltest Du ein paar wichtige Punkte beachten. Ich meine damit aber keine Fahr- und Sicherheitstipps für 4×4-Offroad-Fahrer, die auf roten Schotterpisten querfeldein fahren wollen.

Denn auch jeder Tourist, der sich mit dem Mietwagen nur auf die gut ausgebauten Highways im Outback begibt, sollte definitiv wichtige Vorkehrungen treffen.

So sehen die Straße aus - inklusive überfahrenem Känguru (sog. Roadkill)

So sehen die Straße aus – inklusive überfahrenem Känguru (sog. Roadkill)

Im Jahr 2008 habe ich unseren Wicked Camper in 3 Tagen etwa 2.500 Kilometer von Townsville an der Ostküste Australiens bis zu der kleinen Touristenstadt Yulara am Ayers Rock gefahren. Und dann das ganze wieder zurück! Einige Australier, denen wir davon erzählten, meinten daraufhin nur: „You are two bloody legends!“

Im Verlauf der insgesamt über 5.000 Kilometer habe ich einige Erfahrungen gesammelt, die ich Dir hier gerne weitergebe.

 

Besorg Dir eine gute Karte in Australien

Für mich ganz wichtig war unsere detaillierte Straßenkarte. Wir haben sie uns die aktuellste Ausgabe direkt in Australien besorgt, damit wir auch wirklich alle wichtigen Infos haben.

Du solltest beim Kauf der Karte darauf achten, dass auf jeden Fall die Kilometer zwischen den einzelnen Städten erkennbar sind. Und noch wichtiger: Die verfügbaren Tankstellen sollten eingezeichnet sind.

Im Outback ist die Benzinversorgung anders als bei uns. Es gibt Streckenabschnitte, da liegen mehr als 200 Kilometer zwischen den einzelnen Städten und Tankstellen und das solltest Du auf jeden Fall aus Deiner Karte rauslesen können.

Das Benzin an den abgelegenen Tankstellen ist zwar richtig richtig teuer, aber Du brauchst es.

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Die Tankstelle in Barkleys Homestead – mitten im Outback

 

Fahre nicht nach Einbruch der Dunkelheit – außer du fährst einen Roadtrain

Wenn Du Deinen Mietwagen in Australien in Empfang nimmst, dann wirst Du ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Du ab Einbruch der Dunkelheit außerhalb geschlossener Ortschaften nicht mehr fahren darfst. Und das lege ich Dir auch ans Herz.

Sobald es dämmert, erhöht sich die Gefahr, mit einem Känguru zusammenzustoßen.

Uns selbst ist das fast passiert und von anderen Reisenden haben wir wahre Schreckensgeschichten gehört. Denn wenn Dein Wagen mit einem zwei Meter großen Känguru zusammenstößt, dann gibt das einen ganz schönen Schaden.

Versuche also am Besten, schon vor Beginn der Dämmerung Deinen Platz für die Nacht zu haben.

 

Nimm ausreichend Verpflegung und vor allem Wasser mit

Das sollte eigentlich klar sein, aber ich wiederhole es lieber nochmal. Nimm Dir ausreichend Essen und vor allem viel zu trinken mit.

 

Werde nicht übermütig und bleibe wachsam

Du wirst stundenlang geradeaus fahren, die Landschaft ändert sich nur kaum und Dir begegnet vielleicht nur alle 100 Kilometer ein anderes Auto. Das verleitet schon dazu, mal ein bisschen unaufmerksam und übermütig zu werden. Also mal ein bisschen schneller fahren, freihändig fahren oder vielleicht sogar während der Fahrt eine Runde UNO spielen?

Aber tu das bitte nicht. Auch wenn es schon verlockend ist, halte dich an die bekannten Sicherheitsvorkehrungen.

Es gibt im Outback nicht viele Kreuzungen. Solltest Du aber doch mal an eine Kreuzung kommen, dann prüf lieber zweimal, ob nicht doch irgendwo ein anderes Auto herkommt.

Ich habe im Outback zwei schwere Unfälle gesehen, bei denen Touristen mit ihrem Camper einen Roadtrain (LKW mit mindestens zwei Anhängern) übersehen haben und von dem Lastwagen komplett zerlegt wurden!

Man begegnet im Outback vielen großen Transporter, die teilweise komplette Häuser transportieren. So sieht das dann aus:

Schnall Dich an und fahre nicht zu schnell. Durch die Hitze kann sich teilweise der Straßenbelag anheben und dann hebt Dein Auto auch schon mal gerne ab. Außerdem gibt es auch im Outback Polizeikontrollen!

Im Outback gibt es neben Kängurus auch andere frei herumlaufende große Tiere wie Pferde, Kühe und Kamele (ja, es gibt wirklich Kamele in Australien). Und die sind natürlich auch tagsüber unterwegs und pfeifen beim Überqueren der Straßen herzlich darauf, ob gerade ein Auto kommt.

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Pack ein Handy ein und solltest Du eine Panne haben, dann bleib beim Auto

Für den Fall der Fälle solltest Du ein Handy dabei haben. Es kann zwar sein, dass es nicht überall funktioniert, aber es ist zumindest ein gutes Gefühl.

Wenn Du eine Panne oder einen Unfall hast, dann setze einen Notruf ab und versuche genau zu beschreiben, wo man Dich finden kann.

Danach bleibst Du an Deinem Auto. Egal was ist: Bleib in der Nähe Deines Autos. Denn es ist sehr wahrscheinlich, dass man Dir Hilfe aus der Luft schickt. Und aus einem Flugzug oder Helikopter ist ein Auto leichter zu finden, als ein Mensch, der durch das Outback irrt.

 

Es gibt auch im Outback Überflutungen

Es klingt vielleicht ein bisschen übertrieben, aber auch im Outback kann es zu Überflutungen kommen. Wenn es regnet, nimmt der Boden das Wasser nicht so schnell auf und es kommt zu Springfluten.

Deswegen findet man auf vielen Strecken auch sogenannte Flood Ways. Das sind Vertiefungen in der Straße durch die im Falle einer Flut das Wasser fließen kann.

Achte also bei Regen darauf, nicht planlos in die Flood Ways zu rasen. Sie werden aber vorher angekündigt, so dass eigentlich nichts passieren kann.

Von Australiern haben wir aber gehört, dass man bei überfluteten Straßen in Australien auch noch etwas anderes beachten sollte: Schlangen!

Denn die teilweise hochgiftigen Schlangen möchten ja auch im Trockenen bleiben. So kann es dann anscheinend schon mal passieren, dass man einer Giftschlange begegnet. Also am Besten im Auto bleiben.

 

Und hier noch ein paar Impressionen von der Strecke

Ich wünsche Dir mit diesen Tipps eine gute Zeit im Outback und auf Australiens Straßen.

Hast Du vielleicht noch ein paar wichtige Tipps? Dann schreib sie mir doch einfach unten in den Kommentarbereich.

Ich war im Herbst 2008 während meines Sabbaticals für etwa drei Monate in Australien unterwegs.