Heute blicke ich mal wieder zurück auf 330 Tage Urlaub und veröffentliche einen Bericht aus dem Juni 2009. Wir sind von Kuala Lumpur (Malaysia) erst nach Medan geflogen. Von dort in den Nationalpark bei Bukit Lawang, um Orang Utans zu beobachten. Dann weiter an den malerischen Lake Toba und von dort im Rahmen der “Busfahrt des Schreckens” über Bukittinggi nach Padang.

Der Flug von Malaysia war mit 50 Minuten das kürzeste und die Busfahrt von Lake Toba nach Bukittinggi mit 16 Stunden die längste Strecke, die wir bisher hinter uns gebracht haben. Zwischendurch folgten noch Fahrten in Vans, die eigentlich für zehn Gäste ausgelegt sind, aber hier großzügig überbelegt werden, so dass am Ende 23 Personen mitfahren. Ein weiteres Erlebnis sind auch die Busse, die nicht für übergroße Europäer gemacht sind.

Aber es hat sich fast alles gelohnt.

Orang Utans und Lake Toba

Im Nationalpark bei Bukit Lawang haben wir Orang Utans aus der Nähe gesehen. Teilweise konnten wir sie von der Terasse unseres Zimmers aus auf der anderen Seite des Flußes beobachten.

Weiter gings zum Lake Toba, wo die Menschen des Batakstamms ihre markanten Häuser in Dörfern rund um den Vulkankratersee, der nebenbei der größte Binnensee Südostasiens ist, gebaut haben.

Die Landschaft hier ist wirklich absolut beeindruckend, aber noch mehr hat uns die Herzlichkeit und Freundlichkeit der Menschen in ihren Bann gezogen. Hier haben wir sehr günstig in einem richtigen Batakhaus übernachtet und die netten Gastgeber mit vielen Fragen gelöchert.

Eine Busfahrt, die ist lustig (solange sie nicht über den Trans-Sumatra-Highway führt) …

Während unserer 16-stündigen Busfahrt nach Süden haben wir nebenbei noch den Äquator überquert. Die Busfahrt war das schlimmste Erlebnis seit langem.

Mit zwei Stunden Verspätung startetete unsere Tour auf dem Trans-Sumatra-Highway, den man sich auf weiten Steecken wie einen besseren Feldweg vorstellen kann. Nur dass hier Busse und LKWs in einem atemberaubenden Tempo unterwegs sind.

Ungefähr ein Fünftel der Strecke besteht aus einer reinen Schotterpiste mit Schlaglöchern so groß, dass man darin locker einen LKW verstecken könnte. Einmal hat sich der Bus auch festgefahren, so dass alle aussteigen mussten (manche mussten schieben :-))).

Hier hatte unser Bus auch den ersten Platten, der aber – wahrscheinlich machen die das öfter – in 20 Minuten gewechselt war.

Auf der Schotterstrecke musste auch Thomas Sitz dran glauben, dessen Rückenlehne sich nach den ersten drei Stunden stark nach rechts neigte und an Schlafen war nicht zu denken. Das war aber auch deshalb nicht möglich, weil wir mit den neuesten indonesischen Hits in einer Lautstärke zudedudelt wurden, die in Europa für Anzeigen wegen Körperverletzung und Folter wegen Schlafentzug ausreichen würde.

Die Krönung sind dann noch die Kettenraucher, die die Hälfte der Fahrgäste ausmachen und die geräuschvoll Schleim hochziehen und auf den Gang rotzen (Fenster geht ja net auf wegen der Air-Con.

Die Air-Con hat uns übrigens alle 30 Sekunden eine Gratis-Kondenswasser-Dusche verpasst. Herrlich!).  Und als Kristina noch ne Kakerlake über den Fuß spaziert ist,wussten wir, dass diese Fahrt ein einmaliges Erlebnis bleiben dürfte.

Wir waren nach 16 Stunden und einem zweiten Platten heilfroh aus dem Bus rauszukommen. Dafür haben wir jetzt beide einen Ekelherpes. Danke Busfahrer!

Bukittinggis abgebrannter Königspalast

In Bukittinggis Umgebung haben wir uns traditionelle Häuser der Minangkabau angesehen. Gottseidank haben wir uns selbst einen Roller gemietet und sind die Strecke dort hingefahren, anstatt eine überteuerte Tour zu buchen.

Es hat sich nämlich bei der Ankunft rausgestellt, dass der königliche Palast (Hauptsehenswürdigkeit der Gegend) vor zwei Jahren durch einen Blitzeinschlag komplett niedergebrannt ist und nach unserer Einschätzung noch die nächsten 10 Jahre wieder aufgebaut wird.

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Also hätten wir uns den Weg hierher komplett sparen können, inkl. der unvergesslichen Busfahrt. So etwas erzählt einem halt keiner vorher.

Morgen fliegen wir von Padang aus in ca. 3 Stunden nach Java. Die  etwas günstigere Alternative waren mehr als 36 Stunden im Bus, aber Busfahren wollen wir erstmal nicht mehr.