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Istanbul.
Bagdad.
Damaskus.
… und so viele andere Orte auf dieser Welt.

Neulich Nizza. Schwere Anschläge gehören mittlerweile schon fast zum Alltag.

Udate aufgrund der aktuellen Situation: Seit heute Abend gehört wohl auch München dazu. Mindestens ein Schütze hat im Olympia-Einkaufszentrum um sich geschossen und mehrere Menschen getötet und verletzt.

Wir haben irgendwie gelernt, mit der allgegenwärtigen Bedrohung zu leben.
Zu jeder Zeit könnte an jedem Ort der Welt ein Anschlag passieren.

Die Strategie der Angreifer hat sich brutal geändert

Das Perfide ist, dass sich die “Strategie” der Attentäter in den letzten Jahren brutal geändert hat. Statt seltener großer Anschläge werden viele kleine Anschläge verübt. Die Wirkung ist enorm, denn so wird vermittelt: Es kann Dich überall und zu jeder zeit treffen. Du bist nirgendwo mehr sicher

Wenn Du am Flughafen auf den Check-In wartest. Du stehst an einer Warteschlange für eine Sehenswürdigkeit. Oder Du sitzt in einem Café und genießt eine laue Pariser Nacht. Oder Du stehst an einer Strandpromenade, schaust Dir ein Feuerwerk an und irgendein Verrückter beschließt mit dem LKW durch die Menschenmenge zu pflügen

 

Wie soll ich damit umgehen?

Aber wie sollte ich damit umgehen? Ich habe mir in letzter Zeit viele Gedanken gemacht. Denn diese Angst, dass irgendwas passiert, reist in den letzten Jahren einfach immer mit.

Erst der Anschlag am internationalen Terminal des Flughafens in Istanbul. Dort wo ich in den letzten Wochen zweimal unterwegs war als ich nach Korea gereist bin.

Die Bilder zeigen drei Männer, die mit Sturmgewehren in das Gebäude stürmen und um sich schießen. Die Sicherheitskräfte reagieren relativ schnell und schießen auf die Angreifer. Aber selbst als sie verletzt am Boden liegen, sind die Männer so voll Hass, dass sie ihre Sprengstoffwesten sprengen, um maximalen Schaden anzurichten.

Und dann der Verrückte in Nizza in seinem LKW, der mindestens 84 Menschen tötet und hunderte zum Teil schwer verletzt. Menschen, die einfach nur einen schönen Abend mit Freunden und Familien haben wollten.

 

Ich bin sprachlos

Bei soviel Wut und Hass bin ich einfach nur sprachlos.
Ein Menschenleben zählt nichts. Es ist nur blanker Hass.

Es ist kein abgelegener Ort, an dem man damit rechnen muss, dass etwas passiert.

Nein! Ein internationaler Flughafen!
Oder eine belebte Strandpromenade in einer französischen Großstadt.
Eine Konzerthalle. Ein Einkaufszentrum.
Ein Ort, der Menschen aus aller Welt zusammenbringt und die Welt verbindet.
Ein Ort an dem jeder von uns schon mindestens einmal in seinem Leben war.
Selbst wenn man nur jemandem am Flughafen abgeholt hat. Es kann also jederzeit jeden treffen.

Die Promenade, die zum Flanieren einlädt und eigentlich nur mit Positivem assoziiert wird. Spaß mit der Familie, romantische Sonnenuntergänge. Und ab sofort: Tote und Schwerverletzte.

 

Was soll ich als Reisender denn da bitte machen?

Wie kann ich mich davor schützen?

Wie soll ich mit der Bedrohung umgehen, die ständig in der Luft hängt?

Sollte ich nur noch in “sichere” Länder reisen?
Aber welche Länder sind denn heute bitte noch sicher?

Sollte ich mich sicher fühlen, wenn in der U-Bahn in Rom schwerbewaffnete Soldaten die Eingänge und Waggons kontrollieren? Ist das Sicherheit?

Was kann man gegen diesen Hass tun?

 

In mir ploppen soviele Fragen auf. Beantworten kann ich sie aber nicht.

Ich bin einfach ratlos.

Neulich habe ich versucht, meine Mutter zu überzeugen, mit Kristina und mir nach Jordanien zu reisen. Nach dem Anschlag in Istanbul wird sie es sich wahrscheinlich anders überlegen.

Und ganz ehrlich: Ich habe auch ein mulmiges Gefühl. Jordanien liegt eben mitten zwischen den Krisenherden im Nahen Osten. Syrien, Irak und Israel kreisen das Land fast ein.

 

Ich würde zum Beispiel gerne nach Jordanien reisen? Ist das sicher?

Ist es sicher nach Jordanien zu reisen?

Zu gerne würde ich dort mit dem Mietwagen durchs Land reisen. Ist das sicher?
Woher weiß ich, dass nicht irgendein Fanatiker kommt und uns entführt und nach Syrien oder in den Irak verschleppt, um enormes Lösegeld zu erpressen. Oder wir werden einfach erschossen.

Könnte ich das meiner Mutter gegenüber verantworten, die ich zu der Reise überredet habe?

Ich will noch soviel von der Welt sehen, aber ich weiß aktuell wirklich nicht, wie ich mit der Bedrohung umgehen soll.

Die ständigen Bilder von Explosionen, Trümmern, Leid und Trauer machen mich einfach nur sprachlos und ich fühle mich ohnmächtig.

In den nächsten Wochen wird sich die Spirale der Spirale der Gewalt nur noch weiter drehen. Es gibt wieder Vergeltungsschläge verschiedener Regierungen. Direkt nach dem Vorfall in Nizza versprach Präsident Hollande verstärkte Luftangriffe in Syrien und Irak.

Die Luftschläge sorgen für mehr Leid und schüren den Hass nur noch weiter. Der nächste Anschlag wird wahrscheinlich schon irgendwo geplant.

Schlimm ist aber wieder, dass die Vergeltungen bei uns als eine weitere Meldung in den Nachrichten irgendwo weit hinter den Fußball-Ergebnissen auftauchen werden

Es ist einfach nur zum Verzweifeln!

Ich bin ratlos.

Wie gehst Du mit der aktuellen Lage um? Schränkst Du Dich bei der Reiseplanung ein?