tagesausflug-nach-sintra-palacio-nacional-de-sintra-01

Nur eine knappe Stunde von Lissabon entfernt, liegt in den kühlen Bergen die Stadt Sintra. Bereits die portugiesischen Könige wussten das angenehme Klima zu schätzen und nutzten die Stadt als Sommerresidenz. Heute zieht es Touristenmassen in die wirklich schöne Stadt mit den vielen Sehenswürdigkeiten und dem Tor zur Hölle.

Fast alle 15 Minuten startet am Bahnhof Rossio einer der Vorort-Züge nach Sintra. Für knapp vier Euro bekommt man das Ticket für die Hin- und Rückfahrt und schon geht die einstündige Fahrt los. Nachdem man die teil weniger schönen Vororte hinter sich gelassen hat, ist man schon fast in Sintra – und fühlt sich wie in einer Parallelwelt.

Bei unserem Besuch wurde das Märchenfeeling noch durch den enorm dichten Nebel verstärkt. Dadurch hatten wir nur selten einen freien Blick, aber die wabernden Nebelschwaden sorgten für ein sehr außergewöhnliches Erlebnis.

Direkt am Bahnhof schwingt man sich am Besten direkt in einen der Shuttlebusse, die dort bereits warten die Sehenswürdigkeiten abfahren. Ablaufen kann man das alles natürlich auch, aber das muss nicht sein. Denn vor allem die weiter außerhalb liegenden Orte wie das berühmte Schloß  und die Burg liegen wirklich sehr sehr weit außerhalb. Und so teuer ist das Ticket nun wirklich nicht.

Palácio Nacional de Sintra (Palast der Nationen) mit den zwei Türmen

Erste Station direkt in Sintra ist der Palácio Nacional de Sintra (Palast der Nationen). Das markanteste an dem Gebäude sind die beiden Türme. Bei der Besichtigung erfährt man aber, dass es sich hier einfach um zwei Schornsteine für die Großküche des Palasts handelt.

Rund um den Palast kann man sich durch die engen Gassen treiben lassen. Wenn man direkt gegen über vom Eingang links von der kleinen Eisdiele bergauf läuft und sich dann nach der ersten Kurve links hält, findet man einen kleinen Aussichtspunkt mit einem netten Blick über die Stadt.

tagesausflug-nach-sintra-panorama-01

Palácio Nacional da Pena

Der Palacio Nacional da Pena zählt zu den Highlights Sintras. Ein monströses Bauwerk, das auf einem Hügel thront und erst nach anstrengendem Aufstieg zu erreichen ist. Dann entdeckt man den Palast und fragt sich, wer sich denn hier in der Legokiste der Architekturgeschichte  vergriffen hat. Das Gebäude sieht an jeder Ecke anders aus und es lässt sich kein richtiger Stil feststellen. Irgendwie ist hier alles verbaut, was ging und ich hatte teilweise das Gefühl, dass auch der Modedesigner Harald Glööckler das Ganze hier geplant haben könnte.

Aber gerade durch die Vielfalt der Stile ist der Palacio Nacional da Pena wirklich absolut einmalig und sollte definitiv auf der Besuchsliste stehen.

Quinta da Regaleira/Inverted Tower – der Abstieg in die Hölle

Mein persönliches Highlight in Sintra ist aber das Gelände des Quinta da Regaleira. Ein kleiner Stadtpalast mit wirklich riesigem Garten, der wirkt als hätte ihn jemand geplant, der Spaß daran hat, seine Gäste zu beeindrucken. Hier gibt es versteckte Gänge, Türmchen, Seen, kleine Pavillons und einen Brunnenschacht. 

In diesem Brunnenschacht gelangt man über einen in Stein gehauene Wendeltreppe in neun Stufen zum Boden des Hauses. Die neuen Stufen des auch als Initiations-Brunnens bekannten Bauwerks sollen den Weg von der Erde in die Hölle darstellen. Und man fühlt sich auch so als würde man in die Hölle hinabsteigen.

sintra-inverted-tower-01

Während unseres Besuchs waren wir komplett allein, der Himmel wolkenverhangen und die Regentropfen hallten von den Wänden des Schachts. Eine ziemlich gruselige Erfahrung.

Am Boden des Brunnens führt ein dürftig ausgeleuchtetes Tunnelsystem unter dem Park entlang wieder an das Tageslicht.  

Alle Artikel meiner dreiteiligen Serie über Lissabon
Teil 3: Tagesausflug von Lissabon nach Sintra und ein Abstieg in die Hölle
Teil 2:  Lissabons Top-Sehenswürdigkeiten in 100 inspirierenden Bildern
Teil 1: Lissabon im Januar Teil 1: Ankommen, Unterkommen und Essen