Du möchtest auf LinkedIn sichtbarer werden und die richtigen Kontakte finden.
Also öffnest du die Suche, gibst eine Berufsbezeichnung ein und bekommst eine ziemlich bunte Mischung angezeigt.
Einige Profile könnten passen. Bei anderen fragst du dich, wie LinkedIn eigentlich auf diese Idee gekommen ist.
Es geht auch gezielter.
Der entscheidende Gedanke: Suche nach den Orten, an denen sich deine Wunschkontakte bereits treffen.
Das können Messen, Konferenzen, Branchentreffen oder andere Veranstaltungen sein. Rund um diese Events findest du Menschen, die sich nachweislich für ein bestimmtes Thema interessieren.
Und genau da wird es spannend.
Warum Veranstaltungen bei der Kontaktsuche helfen
Vor Kurzem sagte eine Kundin zu mir:
„Ich möchte auf LinkedIn die richtigen Menschen finden. Ich weiß nur nicht, wo ich anfangen soll.“
Meine erste Frage war:
Welche Veranstaltungen sind für dich interessant?
Gibt es eine Fachmesse für ihre Branche? Eine Konferenz zu ihrem Thema? Eine Veranstaltung, auf der ihre potenziellen Kunden unterwegs sind?
Wir haben kurz gesucht und eine Veranstaltung gefunden, die sehr gut zu ihr und ihrem Angebot passt.
Die Veranstaltung hatte eine eigene LinkedIn-Unternehmensseite. Dort fanden wir zwei relevante Beiträge:
- eine Veranstaltungsankündigung
- einen Nachbericht zur Veranstaltung
Zusätzlich hatte eine interessante Person einen eigenen Beitrag zum Event veröffentlicht.
Alle drei Beiträge hatten zahlreiche Reaktionen und Kommentare. Einer davon kam sogar auf rund 170 Interaktionen.
Besser kann LinkedIn die passenden Kontakte kaum vorsortieren.
So findest du passende Kontakte auf LinkedIn
Öffne zuerst die LinkedIn-Seite einer relevanten Veranstaltung. Falls es keine eigene Seite gibt, suche nach dem Veranstalter, dem offiziellen Hashtag oder dem Namen des Events.
Schau dir anschließend die Beiträge rund um die Veranstaltung an.
Interessant sind vor allem:
- Ankündigungen
- Programmvorstellungen
- Speaker-Beiträge
- Aussteller-Beiträge
- Rückblicke
- Fotos und Videos vom Event
- persönliche Beiträge von Teilnehmenden
Unter diesen Beiträgen findest du Reaktionen und Kommentare von Menschen, die einen direkten Bezug zum Thema haben.
Jetzt beginnt die eigentliche Recherche.
- Wer hat den Beitrag geliked?
- Wer hat kommentiert?
- Wer arbeitet in einem Unternehmen, das zu deiner Zielgruppe gehört?
- Wer beschäftigt sich erkennbar mit deinem Thema?
Klicke die interessanten Profile an und prüfe, ob die Person wirklich zu deinem Netzwerk passen könnte.
Bitte nicht sofort die Kontaktanfrage abschicken
Du hast ein passendes Profil gefunden.
Der Reflex ist verständlich: Kontaktanfrage raus und fertig.
Ich würde mir noch etwas Zeit lassen.
Folge der Person zunächst. Schau dir ihre Beiträge an. Reagiere auf Inhalte, die du wirklich interessant findest. Hinterlasse einen Kommentar, wenn du etwas beitragen kannst.
Dadurch wirst du für diese Person sichtbar.
Dein Name taucht bei ihren Benachrichtigungen auf:
- „Thomas Schmitt gefällt dein Beitrag.“
- „Thomas Schmitt hat deinen Kommentar geliked.“
- „Thomas Schmitt hat deinen Beitrag kommentiert.“
So entsteht langsam Vertrautheit. Die Person hat deinen Namen bereits einige Male gesehen, bevor deine Kontaktanfrage kommt.
Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass sie angenommen wird. Du bist dann kein völlig fremdes Profil mehr.
Du bist ein bekanntes Gesicht im Feed.
Nutze auch die Kommentare im LinkedIn-Profil
Viele schauen sich bei einem Profil nur die aktuellen Beiträge an. Dabei gibt es noch eine weitere interessante Stelle.
Im Bereich „Aktivitäten“ kannst du sehen, welche Kommentare eine Person geschrieben hat.
Das verrät dir einiges:
- Welche Themen beschäftigen sie?
- An welchen Diskussionen beteiligt sie sich?
- Welche Meinungen vertritt sie?
- Wo könntest du sinnvoll anknüpfen?
Wenn du einem Kommentar zustimmst, kannst du ihn liken. Wenn du einen eigenen Gedanken ergänzen kannst, antworte darauf.
Wichtig ist, dass deine Reaktion ehrlich zum Inhalt passt.
Ein wahlloses „Toller Beitrag!“ macht dich zwar kurz sichtbar. Einen bleibenden Eindruck hinterlässt es eher selten.
Sichtbarkeit auf LinkedIn entsteht durch relevante Begegnungen
Viele verbinden LinkedIn-Sichtbarkeit vor allem mit eigenen Beiträgen.
Eigener Content ist wichtig. Er ist allerdings nur ein Teil davon.
Du wirst auch sichtbar, wenn du dich regelmäßig an passenden Gesprächen beteiligst. Vor allem dort, wo deine Wunschkontakte bereits aktiv sind.
Das funktioniert wie bei einer echten Veranstaltung.
Du würdest auf einer Messe vermutlich auch nicht durch die Halle laufen, jedem eine Visitenkarte in die Hand drücken und direkt dein Angebot herunterbeten.
Du hörst erst einmal zu. Du stellst Fragen. Du findest gemeinsame Themen. Irgendwann ergibt sich ein Gespräch.
Auf LinkedIn läuft es ähnlich.
Die Veranstaltung liefert dir den gemeinsamen Kontext. Der Beitrag eröffnet die erste Begegnung. Likes und Kommentare sorgen dafür, dass dein Name wiederholt auftaucht. Die Kontaktanfrage folgt später.
So formulierst du die Kontaktanfrage
Wenn es bereits eine kleine Interaktion gab, kannst du in deiner Anfrage darauf Bezug nehmen.
Zum Beispiel:
Hallo Frau Müller, wir sind uns in den vergangenen Tagen mehrfach bei den Beiträgen zur Muster-Messe begegnet. Ihr Kommentar zum Thema XY ist mir dabei aufgefallen. Ich würde mich gern mit Ihnen vernetzen.
Kurz, konkret und nachvollziehbar.
Eine Verbindung entsteht leichter, wenn die andere Person sofort versteht, woher ihr euch kennt.
Vermeide den schnellen Sales-Pitch
Deine Kontaktanfrage wurde angenommen.
Sehr gut.
Jetzt bitte nicht direkt:
„Vielen Dank für die Vernetzung. Wir helfen Unternehmen wie Ihrem dabei, ihre Kosten um 37 Prozent zu senken. Haben Sie am Donnerstag 15 Minuten Zeit?“
Das ist ungefähr so charmant, wie beim ersten Händeschütteln direkt die Rechnung zu überreichen.
Zeige ehrliches Interesse. Tausche dich aus. Reagiere weiterhin auf relevante Inhalte. Stelle eine vernünftige Frage, wenn sie sich aus dem bisherigen Kontakt ergibt.
Die Person darf selbst erkennen, dass du ein interessanter Ansprechpartner bist.
Dafür braucht es ein wenig Geduld. Dafür entstehen Kontakte, die deutlich mehr wert sind als eine schnell verschickte Standardnachricht.
Dein LinkedIn-Profil muss den Rest der Arbeit übernehmen
Wer deinen Namen häufiger sieht, wird früher oder später dein Profil besuchen.
Dann sollte in wenigen Sekunden klar werden:
- Wer bist du?
- Für wen arbeitest du?
- Bei welchem Problem kannst du helfen?
- Welche Erfahrungen bringst du mit?
- Wo findet man weitere Informationen über dich?
Dein Profilbild, deine Headline, der Infobereich, ausgewählte Beiträge und deine Website müssen zusammenpassen.
Die Interaktion bringt Menschen auf dein Profil. Dein Profil entscheidet, ob daraus Interesse entsteht.
Deine Website sollte dieses Interesse anschließend auffangen. Dort können sich potenzielle Kunden ausführlicher informieren, Referenzen ansehen und Kontakt aufnehmen.
So wird LinkedIn zu einem Teil deiner digitalen Sichtbarkeit. Kein isolierter Kanal, der jeden Morgen gefüttert werden möchte.
Eine einfache LinkedIn-Aufgabe für die nächste Woche
Nimm dir eine Woche lang jeden Tag etwa 15 Minuten Zeit.
Gehe dabei Schritt für Schritt vor:
- Suche drei bis fünf relevante Veranstaltungen, Messen oder Konferenzen.
- Finde die dazugehörigen LinkedIn-Seiten, Veranstalter und Hashtags.
- Öffne aktuelle Beiträge zu diesen Veranstaltungen.
- Prüfe die Reaktionen und Kommentare.
- Besuche interessante Profile.
- Folge passenden Personen.
- Reagiere auf ausgewählte Beiträge und Kommentare.
- Sende später eine persönliche Kontaktanfrage.
Du brauchst dafür keine komplizierte LinkedIn-Strategie und keine hundert Kontaktanfragen am Tag.
Du brauchst die richtigen digitalen Orte, etwas Aufmerksamkeit und ehrliches Interesse an den Menschen.
Die richtigen Kontakte findest du über gemeinsame Themen
Wer nur nach Namen und Berufsbezeichnungen sucht, bekommt Profile.
Wer nach Veranstaltungen und gemeinsamen Interessen sucht, findet Gesprächsanlässe.
Und genau diese Gesprächsanlässe machen den Unterschied.
Du wirst bei den richtigen Menschen sichtbar. Dein Name taucht wiederholt auf. Aus einem unbekannten Profil wird ein bekanntes Gesicht. Aus einem bekannten Gesicht kann ein Kontakt werden.
Und aus einem guten Kontakt irgendwann vielleicht auch ein Kunde.
Ganz ohne den digitalen Bauchladen direkt nach der Vernetzung aufzuklappen.