Für Lonely Planet gilt Seoul als eines der Top-Reiseziele 2017. In dem jährlichen erscheinenden Büchlein “Best in Travel” erscheint Südkoreas Hauptstadt auf Platz 7 der zehn Städte, die man 2017 bereisen sollte.

Und ich kann Lonely Planet nur recht geben.

Mein Wissen über Südkorea beschränkte sich vor meiner Reise auf: Samsung. Ich wusste, dass Südkorea irgendwas mit Samsung zu tun hat. Und Autos. Irgendwie. Aber das war es dann auch.

Ahnungslos nach Seoul

Genau soviel wusste ich über Seoul. Nämlich überhaupt nichts. Außer dass es mal Olympische Sommerspiele in der Stadt gab. Ich dachte, Seoul wäre eine typische asiatische Großstadt. Laut, verbaut und voller Autos. Und es gibt den weltbekannten Stadtteil Gangnam, in dem alle Menschen komisch tanzen.

Seoul hat uns dann aber mehr als überrascht

Seoul ist die Hauptstadt Südkoreas und hat stolze 10 Millionen Einwohner.
Ich mag die Mischung aus Technik und Moderne in Seoul. Jedes Viertel hat seine Eigenheiten und stelle Dir meine persönlichen Highlights vor.

 

Seoul bietet kostenloses WLAN in der ganzen Stadt

Für Deutsche klingt das utopisch. Aber in Seoul gibt es wirklich an fast allen öffentlichen Plätzen kostenloses Internet. Selbst in der U-Bahn. Und dann auch noch mit einer richtig schnellen Verbindung. Herrlich.

Kostenloses WiFi in Seoul

 

Das Essen in Seoul ist der Hammer

Vor unserer Reise wusste ich nicht, wie lecker und vielfältig koreanisches Essen ist. Angeblich lautet eine gängige Grußformel in Südkorea sogar: “Hast Du heute schon gegessen?”.

Essen hat hier einen extrem hohen Stellenwert.

Ich sage nur Korean BBQ, Rice Cake und natürlich Kimchi.
Ohne das koreanische Nationalgericht ist keine Mahlzeit vollständig. Am liebsten richtig scharf und zu jeder Gelegenheit.

Die beiden Jungs hier ziehen aus einem Block solidem Honig über 16.000 dünne Fäden und machen so die „Süßigkeit der Könige“. Aber sieh selbst:

 

Seouls Shopping District: Myeongdong

Shop till you drop und danach wird gegessen

Myeongdong war unser erster Eindruck von Seoul. Und Myeongdong ist echt ein guter Einstieg.
Hier kannst Du einkaufen bis die Kreditkarte glüht und das Beste: Mit Einbruch der Dunkelheit füllen sich die Straßen mit vielen Imbisswagen, die allerlei Köstlichkeiten verkaufen. Frisch zubereitet gibt es hier von süß bis salzig und scharf einfach alles.

Shopping in Myeongdong

 

Studentenviertel Hongdae

Rund um die Universität pulsiert Seoul nochmal komplett anders. Die Straßen sind voll mit jungen Menschen. Man könnte sogar fast von Hipstern sprechen. Es herrscht eine wunderbare Atmosphäre. Abends gibt es viele Musiker und Bands, die in den Parks singen und rappen. Ab und zu gesellen sich Breakdancer dazu.

Hier findest Du kleine individuelle Läden und eines der Epizentren von Seouls Nachtleben. Ich erinnere mich nur an eine Disco unter einem Supermarkt und schon tun mir die Angestellten des Ladens wieder leid. Die Musik aus dem Keller war auf der Straße schon ohrenbetäubend.

Durch den Bass bebte im Supermarkt aber einfach alles. Sowas habe ich noch nie erlebt. In Hongdae findest Du auch viele Karaoke-Bars und junge Designer mit ihren Shops. Entlang der Hauptstraßen cruisen gepimpte Autos mit Unterbodenbeleuchtung und DU fühlst Dich sofort wie im Film “Fast & Furious”

Hongdae an einem Freitag Abend? Musst Du erlebt haben.

Warteschlange vor einem Club in Hongdae

 

Seouls Studentenvierel Hongdae

 

Gangnam Style – was sonst?!

Gangnam ist das exklusive Geschäfts- und Ausgehviertel von Seoul. Und natürlich dank Psys Welthit “Gangnam Style” weltbekannt. Bei einem Besuch in Seoul muss der Abstecher nach Gangnam schon sein. Aber ich finde, dass es interessantere Viertel gibt.

 

Seouls grüne Downtown-Oase: Cheonggyecheon Stream

Bei diesem Kanal haben sich Seouls Stadtplaner ganz schön was getraut.
Mitten in Downtown Seoul haben sie einfach eine hässliche vielbefahrene Hochstraße abgerissen und auf 10 Kilometern durch einen Fluß mit angrenzender Parklandschaft ersetzt.
So ist eine wunderbare grüne Oase zwischen den Hochhäusern entstanden.

Der Fluss liegt einige Meter unterhalb der umgebenden Straßen und ist einigermaßen lärmgeschützt. Die komplette Anlage ist wunderbar grün und von den kleinen Brückchen sieht man Fische im Wasser. Ab und zu zieht ein Reiher seine Kreise und schnappt sich einen der Fische. Und das mitten in Seoul. I like!

Aktuell wird übrigens an einem weiteren Projekt gearbeitet, das die Innenstadt Seouls grüner machen soll. Ähnlich wie der High Line Park in New York soll auch in Seoul auf einer brach liegenden Hochstraße eine weitere grüne Oase entstehen. Seouls “Sky Garden” soll im April 2017 eröffnet werden.

Reiher am Cheonggyecheon Stream

 

Mittagspause am Cheonggyecheon Stream

 

Eine grüne Oase in Seoul

 

Bukchon Hanok Village

Es gibt in Südkorea mehrere dieser traditionellen Dörfer in denen man einen Eindruck davon bekommt, wie es früher einmal war. Viele der tollen Häuser (sogenannte Hanok) sind auch gleichzeitig Unterkünfte für Touristen und so kommt man in den Genuß einer authentischen koreanischen Herberge inklusive Böden und Wänden aus Papier.

Es macht einfach Spaß sich in den kleinen Gassen zwischen den schönen Häusern treiben zu lassen und hinter jeder Ecke etwas Neues zu entdecken.

Das Bukchon Hanok Village liegt genau zwischen den großen Tempeln Changdeokgung und Gyeongbokgung. So kannst Du eigentlich an einem Tag gleich alles abklappern.

Straßenbild Bukchon Hanok Village

 

Traditionell trifft modern im Bukchon Hanok Village

 

pixelschmitt in Bukchon Hanok Village

 

Changdeokgung Palace (UNESCO)

Dieser Palast ist einer von fünf Königspalästen in Seoul. Der vordere Teil des Areals ist schon ganz nett mit ein paar schönen Gebäuden. Das Highlight versteckt sich aber im hinteren Bereich und ist nur im Rahmen einer Führung zu sehen. Hier liegt der geheime Garten Biwon. Der Garten wurde für die Könige und der Familien angelegt, damit sie sich zurückziehen und entspannen können. Zur damaligen Zeit durfte auch nur die königliche Familie den Garten betreten

In dem naturbelassenen Garten verstecken sich weitere kleine Pavillons und Gebäude und es ist einfach herrlich ruhig hier. Laut vielen Berichten ist die beste Zeit für einen Besuch der Herbst, wenn sich die Blätter verfärben.

Changdeokgung Palace

 

Der versteckte Garten im Changdeokgung Palace

 

Changdeokgung Palace

 

Gyeongbokgung Palace

Dieser Palast ist der größte in Seoul. Rund um das Hauptgebäude liegen auch hier viele weitere Pavillons und Prunkräume. Ein Highlight ist der Gyeonghoeru, der auf einer künstlichen Insel errichtet wurden. Die Insel ist nur über eine Brücke erreichbar und hier wurden früher die königlichen Feste abgehalten. Es ist also sowas wie der Partykeller des Königs. Nur cooler.

Eingangsbereich des Gyeongbokgung Palace

 

Der Festsaal Gyeonghoeru

 

Eingangsbereich des Gyeongbokgung Palace

 

Gwanghwamun Gate

Direkt vor dem Gyeongbokgung Palast steht dieses riesige Tor. Es ist der größte von mehreren Toren auf dem Areal und trennt heute vor allem die historische Gegend rund um den Palast vom Autoverkehr in Seoul. Direkt vor dem Tor erwartet eine mehrspurige Straße die Touristen.

Highlight an dem Tor ist der Wachwechsel der königlichen Garden. Wenn Du denkst, dass Changing of the Guard in London ein Spektakel ist, dann komm mal nach Seoul.

Die Show dauert etwa 15 Minuten und ist wirklich interessant. Verschiedene Garnisonen der Palastwachen ziehen über den Hof und werden dabei von lautem Trommeln und dem Tröten aus einer riesigen Muschel-Trompete begleitet.

Es wirkt fast authentisch, wenn man nicht genau hin sieht. Denn dann sieht man, dass die aufgeklebten langen Bärte nicht bei allen so gut halten.

 

Das blaue Haus

Hinter dem Park des Gyeongbokgung Palast spitzt öfter ein blaues Dach durch die Bäume. Dieses Dach gehört zur Residenz des südkoreanischen Präsidenten. Direkt dahinter schließt der Berg Bugaksan an, von dem man einen wunderbaren Blick über Seoul haben soll.

Dieses Gebiet hinter dem Blauen Haus ist aber auch historisch recht interessant. Von hier stürmte ein nordkoreanischer Kommandotrupp die REsidenz und wollte den Präsidenten töten. Das mißlang, aber trotzdem starben sieben Südkoreaner bei dem Angriff.

Deshalb ist der Bereich zwar zugänglich, aber schwer bewacht.

 

Jongmyo Schrein (UNESCO)

Auch wenn er schon mehrmals zerstört und wieder aufgebaut wurde, ist der Jongmyo Schrein der älteste konfuzianische Ahnenschrein. Seit dem 14. Jahrhundert werden hier Zeremonien des Königshauses wie zum Beispiel Trauerfeiern abgehalten.

Das Besondere an dem Schrein ist der gepflasterte Weg, der vom Eingang des Areals bis zum Schrein selbst führt.

Dieser dreiteilige Weg darf nicht betreten werden, denn er ist den Geistern der Ahnen (Mitte) und dem König und Kronprinzen vorbehalten (links und rechts davon).

Schilder weisen heute noch darauf hin und Wächter achten strikt darauf, dass Touristen den Weg nicht betreten.

Das Areal darf nur mit Guide betreten, der aber im Preis inklusive ist. Es gibt die Touren in verschiedenen Sprachen. Wir haben die koreanische gemacht (und nix verstanden), weil wir die englische leider knapp verpasst haben.

Der Pfad am Jongmyo Schrein – auf keinen Fall betreten!

 

Ein Tor für die Geister am Jongmyo Schrein

 

Unser koreanischer Guide am Jongmyo Schrein

 

Kleiner Tipp für Sparfüchse: Der Tempel-Kombi-Pass

Wenn Du vorhast alle fünf bekannten Tempel in Seoul zu besichtigen (Gyeongbokgung, Changdeokgung, Changgyeonggung, Deoksugung und Jongmyo), dann besorg Dir bei dem ersten Tempel den Kombi-Pass. Er kostet 10.000 WON (etwa 8 €) und spart Dir im Vergleich zu den einzelnen Preisen 4.000 WON (ca. 3,20 €):

Gyeongbokgung (3.000 WON)
Deoksugung (1.000 WON)
Changdeokgung (3.000 WON)
Eintritt zum Huwon Secret Garden (weitere 5.000 WON)
Changgyeonggung (1.000 WON)
Jongmyo Shrine (1.000 WON)

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