Viele Touristen waren inzwischen bestimmt schon einmal in Bratislava. Die Hauptstadt der Slowakei hat sich in den letzten Jahren richtig rausgeputzt und kann sich sehen lassen. Aber um die Slowakei richtig zu erleben solltest Du noch weiter in den Osten fahren.

Nimm Dir einen Mietwagen und entdecke ein Land, das bisher noch nicht auf der großen Traveller-Landkarte zu finden ist, aber dafür richtig viel zu bieten hat. Es erwarten Dich erwarten Dich viele Burgen und Schlösser, grandiose Natur und richtig deftige Küche.

Die Slowakei ist relativ überschaubar. Die Fläche von 49.034 km² beträgt nur ein Siebtel Deutschlands und somit sind die Strecken nicht allzu weit.

Trotzdem empfehle ich Dir für den Roadtrip durch die Slowakei einen Mietwagen, den Du am Besten vor Ort in Empfang nimmst. Das Autofahren in der Slowakei ist wie bei uns und das Straßennetz sehr gut ausgebaut.

In der Slowakei gibt es sogar ein fortschrittliches Mautsystem. Dafür registrierst Du Dein Kennzeichen für eine E-Vignette entweder direkt an der Autobahn oder sogar online. Du gibst einfach die gewünschte Gültigkeitsdauer und Zahlungsweise an und schon werden die überschaubaren Mautgebühren automatisch von Deinem Konto abgebucht.

Die Route, die ich Dir hier vorstelle schaffst Du in fünf Tagen relativ entspannt. Aber plane lieber ein bisschen mehr Zeit ein, denn Du wirst entlang der Strecke noch ein paar tolle Sehenswürdigkeiten entdecken, die zu spontanen Abstecher verführen.

(Die Bilder in diesem Beitrag stammen übrigens aus dem Jahr 2006. Also bitte nicht wundern, wenn die Qualität ein bisschen schlechter ist)

 

Etappe 1: Von Bratislava über Beckov und Trencin nach Cicmany

Von Bratislava aus führt uns die Route erstmal an der Ruine Beckov vorbei nach Trencin. Sehenswert in Trencin ist auf jeden Fall die Burg, die Dir von hier oben einen wunderbaren Blick über die malerische Altstadt bietet. In der Burg wirst Du einen Brunnen entdecken, den eine sehr romantische Legende umgibt.

Die Ruine von Beckov

Trencin

Trencin

Trencin: Blick von der Burg auf eine Kirchenbaustelle

Während des Kriegs gegen die Türken wollte ein Gefangener seine Geliebte befreien. Um seine Liebe zu beweisen, sollte er den 80 Meter tiefen Brunnen durch den Felsen treiben. Und wie es eben in Legenden ist: Er hat den Brunnen erfolgreich gegraben und das Paar lebte glücklich bis ans Ende ihrer Tage.

Ich habe Dir schon von dem leckeren slowakischen Essen erzählt und in Trencin solltest Du es auf jeden Fall probieren. Starte mit frittiertem Käse (Vyprazany Syr) mit Kartoffeln. Das ist quasi so wie gebackener Camembert – nur besser. Danach noch ein paar gefüllte Teigtaschen (Pyrohy) mit Bryndza (slowakischer Schafskäse).

Und dann geht es weiter nach Cicmany. Das kleinen Dörfchen ist wohl ziemlich einmalig und wirklich malerisch. Du musst Dir das so vorstellen: Ein Dorf dessen Dorfkern aus vielen schwarz angemalten Holzhäusern besteht. Diese schwarzen Häuser wurden mit wunderschönen traditionellen weißen Mustern und Motiven bemalt. Das musst Du auf jeden Fall gesehen haben.

Cicmany und seine bemalten Häuser

Cicmany und seine bemalten Häuser

Cicmany und seine bemalten Häuser

Cicmany und seine bemalten Häuser

 

Etappe 2: Wandern, ein Spaßbad mit Bergpanorama und der slowakische Robin Hood

Nach einem slowakischen Frühstück mit den traditionellen Rohliky (so wie Salzstangen nur weicher und nicht salzig) starten wir in das Dorf Terchova. Wenn Du gerne wanderst, dann ist das hier genau richtig für Dich. Direkt vom Dorf aus führen schöne Wanderrouten direkt in die nähere Umgebung. Von vielen der Routen aus wirst Du die große Statue über dem Dorf sehen.

Sie zeigt den slowakischen Nationalhelden Janosik, der in Terchova geboren wurden. So wie Robin Hood hat er die Reichen bestohlen und es dann an die Armen weitergegeben. Ihm zu Ehren wurde an seinem 300. Geburtstag die riesige moderne Statue oberhalb des Dorf enthüllt und Janosik wirft ein wachsames Auge auf seine Heimat.

Janosik bewacht seine Heimatstadt Terchova

Auch sehr toll zum Wandern ist die Gegend rund um das Dorf Vlkolinec, das auch gleich noch UNESCO Weltkulturerbe ist. Die Lage des Dorfs ist wie aus einem Bilderbuch: Alte Holzhäuser an einem Hang auf einem hohen Berg und das Ganze in tiefen Wäldern. Als wäre das nicht genug, werden hier auch relativ oft Bären gesichtet. Deswegen solltest Du beim Wandern in der Gegend dann noch aufmerksam sein und Dich öfter mal umschauen.

Um Dich nach dem anstrengenden Wandern in der Höhe des Dorfs Vlkolinec zu erholen, fahren wir weiter in das Freizeitbad Tatralandia. Das Bad bietet alles was Du zum Entspannen brauchst. Neben den Rutschen gibt es Außenbecken, die einen wunderbaren Blick auf die Berge der Niederen Tatra bieten.

(Das Video stammt nicht von uns, ich habe es auf YouTube gefunden)

Wenn Du möchtest, dann kannst Du auch direkt in einem Hotel des Tatralandia übernachten. Idyllischer ist es aber natürlich, wenn Du nochmal weiter an den Badeort Liptovska Mara am großen Stausee weiterfährst.

Etappe 3: Stausee oder Eishöhle – was darf´s heute sein?

Der Stausee ist perfekt, um Pause zu machen und die Eindrücke der letzten Tage zu verarbeiten. Nach dem Sonnenbaden kannst Du Dir in der Nähe des Stausees im archäologischen Freilichtmuseum ein bisschen Geschichte und Kultur gönnen. Wenn des Dir zu heiß wird oder Du einfach genug von Kultur hast, dann tauche am Besten in die Unterwelt ab. Die Tour durch die Eishöhle in der Demänovska dolina ist auf jeden Fall sehr eindrücklich.

Nach der Eishöhle fahren wir weiter in den Osten und erreichen dann auch schon langsam die Hohe Tatra. Hier ist dann auch die Endstation des heutigen Tages und wir checken in eins der Hotels in der malerisch gelegenen Stadt Strbske Pleso ein.

In der gesamten Slowakei ist der Kurort an dem klaren Bergsee bekannt für die himmlische Ruhe, klare Luft und schöne Natur. Ein Kurort klingt eher nach mondänen teuren Kurhotels, aber Du findest hier tolle Unterkünfte in allen Preisklassen, so dass Du bestimmt was Schönes finden wirst.



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Etappe 4: Mittelalterliches Flair in Levoca und als Highlight die Burg Spissky Hrad

Vom entspannten Kurort begeben wir uns auf eine Zeitreise ins Mittelalter. Die Stadt Levoca gilt als eine der schönsten historischen Städte in der Slowakei und sie versprüht bis heute einen tollen mittelalterlichen Charme versprüht.

Levoca

Und dann folgt ein Highlight: Die riesige Ruine der Spissky hrad (Zipser Burg) – die Reste der größten Burg der Slowakei. Die Ruine thront mächtig auf einem Felsen über der Stadt inmitten von toller Natur. Und zum Glück ist auch Spissky hrad als UNESCO Weltkulturerbe gelistet.

In der weitläufigen Burgruine gibt es immer noch einiges zu entdecken, die nähere Umgebung kannst Du zum Beispiel auch auf dem Rücken eines Pferdes erkunden. Direkt unterhalb der Ruine gibt es ein paar Unterkünfte, die teilweise direkten Burgblick bieten.

Blick auf Spissky Hrad aus der Unterkunft

Spissky Hrad bei Nacht

Spissky Hrad bei Gewitter

Etappe 5 : Das slowakische Paradies

Wenn Du Wanderungen in wunderbarer Umgebung liebst, dann solltest Du auf jeden Fall einen Stopp im Nationalpark Slovenský raj – das Slowakische Paradies – einplanen.
Brücken, steile Leitern, Pfade und Holzstämme führen über Wasserfälle und Felsschluchten quer durch den Wald und schließlich hoch auf den Berg. Die Gegend heißt nicht umsonst Slowakisches Paradies verspricht nicht zuviel, denn die Natur ist wirklich paradiesisch schön hier. Für Aufstieg solltest du etwa vier Stunden einplanen und danach brauchst du bestimmt erstmal eine Erholung.

Slovensky Raj – Das Slowakische Paradies

Slovensky Raj – Das Slowakische Paradies

Slovensky Raj – Wandern im Slowakischen Paradies

Slovensky Raj – Das Slowakische Paradies

Slovensky Raj – Das Slowakische Paradies

Der Weg zurück nach Bratislava führt Dich an einen weiteren schönen Sehenswürdigkeiten vorbei: Sehr schön ist die ehemalige Bergbau-Stadt Banska Stiavnica, die heute als Hipster-Hauptstadt der Slowakei gilt. Im Rahmen einer geführten Tour kannst Du unter Tage einen alten Stollen erkunden. Danach laden die vielen kleinen Cafes, Kneipen und die Brauerei zum Genießen ein.

Slowakei: Mehr als Du denkst

Mit dieser kleinen Tour durch die Slowakei siehst Du nur einen kleinen Teil der vielen Sehenswürdigkeiten der Slowakei. Bisher wird das Land noch ziemlich unterschätzt, dabei kannst Du hier sowohl im Sommer als auch im Winter eine wunderbare Zeit verbringen.

Ein Highlight, das auf meiner Wunschliste steht und das Du auf jeden Fall auch einmal probieren solltest, ist eine Floßfahrt auf dem Fluss Dunajec. Dieser liegt im Nord-Osten des Landes direkt an der Grenze zu Polen. Auf einem Holzfloß schipperst Du durch einen 8,5 Kilometer langen Canyon, der als schönster Teil des Nationalparks Pieniny bezeichnet wird. Die Touren starten ab dem Kloster Cerveny Klastor.