Ende September war mal wieder Zeit für einen Roadtrip. Diesmal ging es in die Gegend rund um Porto. Lissabon haben wir schon einmal besucht und uns in Portugal verknallt. Aber dann hieß es von Freunden, dass die Stadt Porto im Norden Portugals noch interessanter sei.

Das mussten wir uns selbst anschauen. Uns wurde vorgeschwärmt vom Charme Portos, den langen Stränden, wunderbaren mittelalterlichen Städten und dem Weinanbaugebiet im Tal des Flusses Douro.

Das klang alles so gut und nach ein bisschen Recherche wusste wir, dass es in der Ecke soviel zu sehen gibt. Wir brauchten also einen Mietwagen. Endlich wieder ein Roadtrip. Herrlich!

Hier die Route im Detail:

Porto

Sonntag, Montag, Dienstag

Roadtrip Portugal Porto

Blick auf Porto

Direkt nach der Landung ging es mit den Öffentlichen vom Flughafen in die Stadt.
Die Metro hält direkt vor dem übersichtlichen Terminal und je nach Ziel ist man in etwa 30 bis 45 Minuten in der Altstadt. Die Züge sind neu und die Fahrt sehr komfortabel.

Ganz wichtig: Vorab ein Ticket am Automaten ziehen und dann vor der Fahrt entwerten. Wir haben am Automaten irgendwas falsch gemacht, denn wir hatten zwei Fahrten auf einem Ticket. Wir hätten aber zwei Tickets gebraucht.

Die Tickets kosten zum Glück nur etwa 1,80 Euro und so war das leicht zu verschmerzen.

Die Orientierung in Porto ist recht einfach. Es gibt den Fluss Douro, der die Stadt teilt. Nördlich ist die schöne Altstadt. Südlich davon findest Du die vielen Weinkeller.

Roadtrip Portugal Porto

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Direkt am Fluß befindet sich das touristische Epizentrum. Jeder Tourist wird mindestens einmal während seines Besuchs hier unterwegs sein. Es ist aber auch zu schön hier. Schöne Restaurants mit Blick auf Wasser, bunte Häuser und Straßenkünstler.

Verbunden werden die beiden Highlights durch die imposante Brücke Ponte Luis I. Zweistöckig kreuzt hier der Verkehr den Fluß. Unten direkt über dem Wasser Autos und Busse zusammen mit Fußgänger. Einige Meter weiter oben kreuzt die Metro. Fußgänger sind dort auch unterwegs.

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Für Besucher mit Höhenangst ist das obere Level nicht zu empfehlen. Es ist wirklich sehr hoch hier oben.

Je weiter Du Dich in Richtung Norden von diesem touristischen Epizentrum entfernst, desto mehr Einheimische triffst Du. Hier gibt es Restaurants und Bars, die sich gut und gerne als authentisch bezeichnen lassen. Das Essen ist lecker und günstig und die Flasche Wein kostet kaum etwas.

Einige der Highlights in Porto sind

Der Bahnhof Sao Bento
Ein wunderbarer Bahnhof, der vor allem durch seine Eingangshalle beeindruckt. Auf riesigen Fliesen werden Eroberungsszenen dargestellt und es ist sehr leicht sich darin zu verlieren.

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Der Turm Igreja dos Clérigos
Ohne Aufzug geht es auf den Turm “Igreja dos Clérigos”. Wer den leicht anstrengenden Aufstieg durch das enge Treppenhaus gemeistert hat, wird mit einem atemberaubenden Rundum-Blick belohnt.

Roadtrip Portugal Porto

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Die Altstadt Portos
Der leicht morbide Charme der teils verfallenen Häuser ist einmalig. Es macht einfach Spaß, sich treiben zu lassen. Mal links, zweimal rechts, geradeaus. Einfach kreuz und quer durch die Altstadt, um schöne Ecken und Plätze zu finden.
Zwischendrin entdeckst Du immer wieder schöne Restaurants und Cafés für eine kleine Pause.

Roadtrip Portugal Porto

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Die Weinkeller
Alle gekannten Portwein-Marken haben eine Vertretung in Keller und viele können besichtigt werden. Taylor´s und Sandemann gehören zu den beliebtesten.
Im Rahmen einer Führung lernst Du viel über die Geschichte des Portweins. Die Tour führt zwischen den vielen Fässern hindurch und endet mit einer Verkostung.

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Die Eisenbrücke Ponte Luis I.
Wie oben schon geschrieben, ist die Brücke wirklich ein Highlight. Ich empfehle Dir, beide Ebenen einmal abzulaufen. Aber denk dran: Das obere Level befindet sich in extrem luftiger Höhe und das Geländer ist nicht allzu hoch.

Roadtrip Portugal Porto

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Streetart – unter anderem von Vhils
In Porto findest Du überall Graffitis. Wahre Streetart bietet der portugiesische Künstler Vhils, der seine riesigen Portraits direkt in die Fassaden meißelt. Eins seiner Werke findest Du neben dem Antiquariat Armazém (Rua de Miragaia 93, 4050-554 Porto)

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Zu sehr gehyped
Der Buchladen, der Vorbild für Harry Potter sein soll. Außerdem gilt er als schönster Buchladen der Welt. Der Spaß kostet 3 Euro Eintritt, die Du bei einem Kauf einlösen kannst. Aber glaub mir, Du bist nicht der Einzige, der den Laden sehen will. Reisegruppen stürmen in 5 Minuten-Takt den Buchladen. Es ist ein schöner Laden, keine Frage, aber es gibt bestimmt auch andere schöne Läden in Porto, die nicht so überlaufen sind.

Roadtrip Portugal Porto Buchladen

Roadtrip Portugal Porto Buchladen

 

Die Fahrt mit der Seilbahn über die Weinkeller
Für 5 Euro pro Person kannst Du vom Fluss innerhalb weniger Minuten auf das obere Level der Brücke fahren. Ist ganz ok, aber echt teuer. Aber immerhin gibt es mit dem Ticket für die Gondel ein kostenloses Portwein-Tasting bei einem versteckten Weingut.

 

 

Porto, Matosinhos, Villa Do Conde

Dienstag

Nach 2,5 Tagen in Porto haben wir unseren Mietwagen am Flughafen abgeholt. Ein Kleinwagen, in dem ich trotz meiner zwei Meter echt gut Platz hatte.

Wichtig, wenn Du einen Wagen mietest und damit auf der Autobahn fährst: Viele Strecken sind Mautstraßen. Zur Erfassung der Kosten gibt es zwei Möglichkeiten. Es wird einmal über das Kennzeichen erfasst oder über eine kleine Box im Auto.

Die Box muss gemietet werden (ca. 1,90 €/Tag), hat aber den Vorteil, dass die Kosten durch die Mietwagenfirma abgewickelt werden.

Ohne Box musst Du 48 Stunden nachdem Du die letzte Mautstation passiert hast, zu einer Post und unter Nennung Deines Kennzeichens erfährst Du den fälligen Betrag. Bezahlen kannst Du direkt in der Post.

Erster Stopp mit dem Mietwagen war Matosinhos. Und wir waren ein bisschen geschockt. Uns wurde viel vorgeschwärmt, aber eigentlich ist Matosihnos eine Industriegegend, in der es richtig viele Fischrestaurants gibt.

Natürlich haben wir hier auch Fisch gegessen. Aber danach sind wir direkt weiter an der Küste in Richtung gefahren.

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Wir haben einige sehr schöne Ecken entdeckt. Verlassene Strände, natürliche Pools und haben dort den Sonnenuntergang mit Blick Richtung New York genossen.

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Unser erste Unterkunft außerhalb Portos war in Villa Do Conde. Es war eine Pilgerherberge. Denn erst vor Ort haben wir erfahren, dass es auch in Portugal einen Jakobsweg gibt. Von Porto nach Santiago De Compostello führt hier die Strecke. Dementsprechend viele Pilger waren also in der Stadt unterwegs.

Die Stadt ist ganz nett. Wer aber großes Nachtleben erwartet, ist hier falsch.

Gefahrene Kilometer: ca. 45 Kilometer

 

Villa Do Conde > Strand > Braga > bei Guimaraes

Mittwoch

Vor der Weiterfahrt stand noch ein bisschen Sightseeing in Villa Do Conde auf dem Programm. Die Sehenswürdigkeiten sind überschaubar. Ein Kloster mit angeschlossenem Aquädukt, ein paar schöne Plätze und Kirchen. Das war´s dann auch schon und wir sind weiter an den Strand gefahren.

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Das Kloster in Villa Do Conde

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… und das Aquädukt dazu

Wenn man schon mal am Meer ist, kann man sich auch ein bisschen in der Sonne aalen. Nach 3 Stunden Power-Sonnenbaden und Entspannen ging es weiter in die Stadt Braga im Landesinneren.

Das Kloster in Villa Do Conde

Alte Windmühle direkt am Strand

Hier gibt es in der Innenstadt einiges zu sehen. Unter anderem einen schönen Dom, der 2 Euro Eintritt kostet. Die weiteren Gebäude in der Stadt sind auch sehr nett und können während eines etwa zweistündigen Spaziergangs entdeckt werden.

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Innenstadt von Braga

Außerhalb Bragas wartet mit der Kirche Bom Jesus do Monte ein echtes Highlight. Die Kirche befindet sich auf der Spitze eines Berges und ist bereits aus dem Stadtzentrum zu sehen. Mit dem Auto kann man ganz bequem bis nach oben fahren und von dort zu Fuß über die verschiedenen Terrassen zu einer kleinen Aussichtsplattform wandern, die 116 Meter unterhalb der Kirche liegt.

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Kirche Bom Jesus do Monte

Die Kirche gilt als eines der bedeutendsten Pilgerziele Portugals. Auf den Stufen, die zur Kirche hochführen, durchschreiten die Pilger die verschiedenen Stationen des Leidensweg Christis.

Übernachtet haben wir westlich von Braga in einer schicken Ferienanlage mit Pool, Fitnessstudio, Sauna und sehr leckerem Restaurant.

Gefahrene Kilometer: ca. 100 Kilometer

Guimaraes > Wasserfall > Aussichtspunkt “São Leonardo de Galafura“ > Douro Valley > Quinta Do Tedo

Donnerstag

Der zentrale Platz in Guimaraes gilt als einer der schönsten Portugals. Und es könnte wirklich stimmen. Die schönen kleinen Häuser, die vielen Restaurants und Cafés rundherum. So kann man es sich gut gehen lassen. Kristina ist noch ein weitere Besonderheit in den Cafés aufgefallen.

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Der zentrale Platz von Guiamaeres

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Alle Restaurants haben die gleichen Stühle, die sich nur in den Farben unterscheiden. Dadurch wirkt der gesamte Platz wirklich stimmig.

Es gibt in Guimaraes noch Kirchen und eine kleine Festung zu entdecken. An der Stadtmauer steht der Spruch, der die Stadt berühmt gemacht hat: “Hier wurde Portugal gegründet”.

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Von Guimaraes sind wir über einsame Landstraßen durch eine sehr gebirgige Landschaft gefahren. Unser Navi hatte ein paar Probleme und schickte uns zweimal auf Schotterpisten, die für unsere kleines Auto ein unüberwindbares Hindernis darstellten.

Am Ende unserer langen Fahrt standen wir dann auf dem Rücken einer Hügelkette und blickten auf einen Wasserfall. Wir hatten ihn uns aber ehrlich ein bisschen mächtiger vorgestellt. Nach den obligatorischen Fotos hatten wir dann genug von Bergen und Wasserfällen und steuerten das Weinanbaugebiet des Douro Valleys an.

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Findest Du den Wasserfall?

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Vom Aussichtspunkt “São Leonardo de Galafura” bietet sich ein atemberaubender Blick über das Tal und die vielen Weinberge. Der Kontrast ist einfach schwer zu beschreiben. In der Mitte fließt der Fluss Douro und links und rechts davon wachsen an den steil abfallenden Bergen die Trauben für den leckeren Portwein. Dazwischen verstecken sich Weingüter in den unterschiedlichsten Größen.

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Unsere Unterkunft für die nächsten zwei Nächte wurde das Weingut Quinta do Tedo. Mit nur fünf Zimmern ist es sehr überschaubar und wir wurden bei unserer Ankunft direkt vom Chef und Inhaber Vincent Bouchard herumgeführt.

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Gefahrene Kilometer: ca. 160 Kilometer

Quinta do Tedo > Pinhao > Bootstour auf dem Douro > Quinta do Tedo

Freitag

Auf dem Weingut ließen wir es langsam angehen. Erst ein großes Frühstück in der Küche mit den anderen Gästen und erst gegen Mittag fuhren wir die etwa 12 Kilometer in die Stadt Pinhao. Hier läuft alles sehr gemächlich. Highlight der Stadt ist auf jeden Fall der nette kleine Bahnhof, der wieder mit vielen Fliesen verziert ist.

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Von hier starten einmal wöchentlich Touren mit einer historischen Dampfeisenbahn durch das Tal statt. Für Eisenbahn-Enthusiasten ist das bestimmt ein Höhepunkt.

Wir haben uns für die Boots-Variante entschieden. Eine Stunde lang schipperte uns das Boot über den Douro und wir konnten uns Weinberge und Quintas vom Wasser aus ansehen.

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Nach der Bootsfahrt legten wir noch einen Abstecher bei Sandeman ein. Hauptgrund war aber der Ausblick von dem extrem hoch gelegenen Weingut.

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Den Nachmittag ließen wir dann am Pool unserer Quinta ausklingen.

Gefahrene Kilometer: ca. 50 Kilometer

 

Quinta do Tedo > Lamego > Porto

Samstag

Unser letzter Tag on the road. Wieder gab es erstmal ein sehr reichhaltiges Frühstück bevor wir uns von der Quinta verabschiedeten.

In Richtung Porto legten wir einen kurzen Zwischenstopp in der Stadt Lamego ein. Hier gibt es ebenfalls eine Kirche auf einem Berg, die ein bisschen an die in Braga erinnert.

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Über fast leere Autobahnen fuhren wir nonstop durch nach Porto. Unser Flug sollte am Sonntag morgen um 7:00 Uhr gehen. Deswegen haben wir uns für eine Unterkunft etwas außerhalb entschieden. Die Gegend nennt sich Foz do Douro und liegt genau dort wo der Fluß Douro in den Atlantik mündet.

Hier konnten wir noch ein letztes Mal Sonne tanken. Ein letztes Mal am Meer spazieren gehen und Sand zwischen die Zehen bekommen.

Gefahrene Kilometer: ca. 160 Kilometer

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Danke an www.urlaubsguru.de die uns bei unserer Reise mit 2 Übernachtungen unterstützt haben. Alle Meinungen und die überschwängliche Begeisterung über die Gegend rund um Porto sind davon aber komplett unbeeinflusst.